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Forschung : Zahl der Tierversuche deutlich gestiegen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mehr Forschung heißt auch mehr Tierversuche. Das belegen Zahlen aus SH. Die Auflagen für die Versuche allerdings wurden verschärft.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2014 | 12:49 Uhr

Kiel | Die Zahl der Tierversuche in Schleswig-Holstein hat in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Dies geht aus Angaben des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums hervor. Im vergangenen Jahr gingen im Norden demnach 157 Anträge auf Genehmigung eines Versuchsvorhabens ein. Im Vorjahr waren es 134 und vor zehn Jahren noch 85.

Einer der wichtigsten Gründe für die Zunahme ist der Ausbau des Forschungsstandorts Deutschland. Der biologischen Grundlagenforschung dienen die Tiere ebenso wie der Entwicklung von Arzneien und medizinischen Geräten oder der Erforschung von Krankheiten. Jährlich werden in Deutschland unter anderem mehr als zwei Millionen Mäuse bei Tierversuchen eingesetzt, über 400.000 Ratten und nahezu 100.000 Kaninchen. Schleswig-Holstein hat jeweils einen Anteil von zwei Prozent, bei Mäusen wären das also etwa 40.000. Es gibt aber nicht nur Tests in Laboren, sondern zum Beispiel auch Untersuchungen zum Zugverhalten von Vögeln oder zum Wanderverhalten von Fischen.

Insgesamt 13 Einrichtungen nehmen im Norden regelmäßig Tierversuche vor. Der größte Teil entfällt auf Forschungseinrichtungen der Universitäten Kiel und Lübeck. Alle Versuche müssen grundsätzlich behördlich genehmigt oder angezeigt werden. „Eine Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn der Antragsteller wissenschaftlich begründet dargelegt hat, dass die jeweiligen Ziele nicht mit anderen Methoden oder Verfahren erreicht werden können“, sagte Ministeriumssprecherin Nicola Kabel. „Außerdem muss der Tierversuch ethisch vertretbar sein.“

Hier kommt eine Ethikkommission zum Einsatz. Darin vertreten sind Wissenschaftler und Vertreter der Tierschutzverbände. In den Forschungseinrichtungen ist jeweils ein nicht weisungsgebundener Tierschutzbeauftragter tätig. Das Ministerium sowie die Veterinärämter der Kreise und kreisfreien Städte überwachen die Tierhaltungen. Das Ministerium verweist darauf, dass auf Grundlage von EU-Vorgaben die Anforderungen an Haltung, Zucht und Verwendung von Versuchstieren im vergangenen Jahr auch in Deutschland verschärft wurden.

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