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Meteorologin über den Orkan : „Xaver“ wird länger anhalten als „Christian“

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Wie stark wird der Sturm? Und warum? Diplom-Meteorologin Claudia Kahl von wetterwelt.de in Kiel spricht über die Besonderheiten des Orkans „Xaver“.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 06:30 Uhr

Frau Kahl, warum wird „Xaver“ so heftig ausfallen?
Das Sturmtief, das von Island zu uns kommt, vertieft sich schnell und wird nach Südnorwegen ziehen. Demgegenüber liegt ein kräftiges Hoch westlich der Biskaya. Weil die Druckunterschiede dazwischen so enorm hoch sind, will die Natur das ausgleichen und dadurch entstehen extreme Orkanböen, die Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Dänemark mit voller Wucht treffen werden.

Wie stark wird der Orkan sein?
Der Sturm baut sich immer mehr auf, wir rechnen ab heute Nachmittag bis etwa gegen Mitternacht mit Böen von bis zu 160 km/h im Landesinnern und bis zu 200 km/h an den Küsten.

Was ist der Unterschied zu Orkan „Christian“, der vor Wochen für schwere Schäden im Norden gesorgt hat?
„Christian“ war kurz, heftig und viel kleinräumiger. „Xaver“ wird hingegen eine größere Fläche treffen und auch länger anhalten. Am Freitag wird er zwar schwächer, es sind aber immer noch orkanartige Böen möglich. Der Regen wird dazu in Schnee übergehen. An der Nordsee und Elbe muss dazu mit einer schweren Sturmflut gerechnet werden.

Müssen wir künftig in immer kürzeren Abständen mit derart starken Stürmen rechnen?
Wir wissen, dass durch den Klimawandel Stürme immer häufiger und heftiger werden. Ob „Christian“ und „Xaver“ direkt mit dem Klimawandel zusammenhängen oder ob diese heftigen Stürme nur zufällig so kurz nacheinander auftreten – das können wir aber noch nicht sagen.

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