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Nach dem Orkan : „Xaver“ verlässt SH - Züge weiter verspätet

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„Xaver“ geht - und das Leben in SH kommt wieder in Fahrt. Der Verkehr nach Fehmarn rollt. Bei der Bahn gibt es noch Probleme.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 10:57 Uhr

Der Verkehr auf der Fehmarnsundbrücke ist nach einer Sperrung wieder freigegeben worden. Ein umgekippter Sattelzug, der die Überfahrt behindert hatte, wurde am Samstagmorgen geborgen, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Fahrer des Lastwagens war trotz Vollsperrung wegen des Orkans auf die Brücke gefahren, der Sattelzug von einer Windböe umgeworfen worden und liegen geblieben. Wegen des stürmischen Wetters habe sich die Bergung hinausgezögert.

Die Sperrung sorgte für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Teilweise standen auf der Festlandseite bis zu 300 Lastwagen vor der Brücke, weil sie dort nicht wenden konnten.

Nach den sturmbedingten Ausfällen der vergangenen Tage normalisiert sich auch der Fährverkehr im Norden. Die Schiffe zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødby in Dänemark fuhren am Samstag wieder. Gegen 9.15 Uhr sei der Dienst angelaufen, der Fahrplan sei jedoch weiterhin eingeschränkt, teilte die Reederei Scandlines mit. Durch das Aussetzen des Fährbetriebs hatten weitere Verkehrsstaus auf der Insel Fehmarn vermieden werden sollen. Die Fehmarnsundbrücke, die das Festland mit der Insel verbindet, war seit der Nacht zum Freitag wegen eines umgekippten Lastwagens voll gesperrt. Der Sattelzug wurde am Samstagmorgen geborgen. Auf der Route von Rostock nach Gedser sollte der Fährverkehr nach Angaben von Scandlines bis Samstagmittag wieder aufgenommen werden. Auch die ost- und nordfriesischen Inseln sind wieder erreichbar.

Alle Reeder kündigten auf ihren Internetseiten planmäßige Überfahrten an. Erstmals nach „Xaver“ wird auch Helgoland wieder angesteuert. „Es ist zwar mit rund drei Metern noch eine signifikante Wellenhöhe vorhanden, aber das ist für das Schiff kein Problem“, sagte Peter Eesmann, Geschäftsführer der Cuxhavener Reederei Cassen Eils der dpa.

Seit der letzten Fahrt vor der Ankunft von Orkan „Xaver“ warteten viele Versorgungsgüter wie Lebensmittel und Post sowie Touristen auf die Überfahrt.

Die Deutsche Bahn hob zahlreiche Streckensperrungen im Norden wieder auf. Zwischen Hamburg-Altona und Westerland auf Sylt fahren wieder Züge, wenn auch mit verminderter Geschwindigkeit. Auch die Strecken Husum - St. Peter-Ording und Husum - Flensburg wurden wieder freigegeben. Die Fernverkehrsverbindungen in Richtung Kiel und Flensburg enden derzeit aufgrund eines Oberleitungsschadens zwischen Neumünster und Elmshorn vorzeitig in Hamburg. Die Züge des Regionalverkehrs wenden derzeit in Elmshorn bzw. in Neumünster. Zwischen Elmshorn und Neumünster ist ein Notverkehr mit Bussen eingerichtet. Reisende von und nach Kiel bzw. Neumünster können auch die Züge über Lübeck bzw. Bad Oldesloe nutzen.

Der Fern- und Nachtzugverkehr von und nach Schleswig-Holstein sowie nach Dänemark lief wieder an. Die Züge in Richtung Westerland sowie auf der Strecke Hamburg–Puttgarden–Dänemark fahren aus südlicher Richtung wieder planmäßig. Aus nördlicher Richtung kann es noch bis zum Abend zu Einschränkungen kommen.

Die Strecke zwischen Hamburg und Neumünster wurde nach der Beseitigung von Sturmschäden am Samstag erneut gesperrt, weil ein Bagger in Wrist (Kreis Steinburg) die Oberleitung beschädigt hatte. Betroffen war der Fern- und Regionalverkehr zwischen Hamburg und Kiel/Flensburg.

Nach drei Sturmfluten in Folge  hat sich die Lage an der Elbe in Hamburg entspannt. Die Morgenflut am Samstag erreichte am Pegel St. Pauli nur noch 1,48 Meter über dem mittleren Hochwasser. Das sagte ein Sprecher des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Damit habe sich „alles wieder normalisiert“. Am Freitagmorgen hatte der Wasserstand noch 3,98 Meter über dem mittleren Hochwasser gelegen, der zweithöchste bislang in Hamburg gemessene Wert. Nur die Flut von 1976 war noch höher ausgefallen.

Der Deutsche Wetterdienst hat inzwischen fast alle „Xaver“-Unwetterwarnungen wieder aufgehoben. „Das Wetter in ganz Deutschland wird sich beruhigen“, sagte ein DWD-Meteorologe am frühen Samstagmorgen. Ganz gebannt ist die Gefahr allerdings nicht:Schwere Sturmböen werden am Samstag an Nord- und Ostseeküste erwartet, gefrierender Regen in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg. Im Erzgebirge oberhalb 1000 Meter muss laut DWD noch immer mit orkanartigen Böen gerechnet werden.

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