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Interaktive Karte : Wölfe in SH: Hier wurden sie bereits nachgewiesen

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Aus der Onlineredaktion

Seit 2007 wurden Wölfe im Norden bereits mehrfach nachgewiesen. shz.de zeigt die Wolfsnachweise in einer Karte.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2015 | 19:59 Uhr

Flensburg | Lange waren sie in Deutschland ausgestorben, in Schleswig-Holstein wurde der letzte freilebende Wolf im Jahr 1820 bei Brokenlande (Kreis Segeberg) erlegt. Doch seit ein paar Jahren erobern die strenggeschützten Raubtiere ihre Reviere zurück. Auch in Schleswig-Holstein, wo der Wolf schon in zahlreichen Landkreisen ausgemacht wurde. Durch Totfunde, DNA-Analysen und Fotofallen konnten die Tiere nachgewiesen werden. Der erste Wolf kehrte vor sechs Jahren nach Schleswig-Holstein zurück. Am frühen Morgen des 23. April 2007 wurde das Tier auf der B76 bei Süsel (Kreis Ostholstein) überfahren. Wir zeigen die Wolfnachweise in einer Karte:

Wie viele Wölfe gibt es in Deutschland?

Nach Angaben des Wolfsinformationszentrums Schleswig-Holstein gibt es zurzeit 34 Wolfsrudel bzw. -paare und drei sesshafte Einzelwölfe. Die Anzahl variiert je nach Bundesland. Am häufigsten sind die Tiere im östlichen Teil Deutschlands in der Lausitz (nordöstliches Sachsen und südliches Brandenburg) unterwegs.

Seit wann sind die Tiere wieder in Schleswig-Holstein?

Wölfe lassen sich immer wieder in SH sehen. Den ersten Nachweis nach 200 Jahren gab es im April 2007. Damals wurde ein Jungtier in der Nähe von Süsel (Ostholstein) überfahren. Untersuchungen ergaben, dass das Tier aus dem sächsischem Raum stammte.

Auch 2012, 2013 und 2014 konnten Wölfe nachgewiesen werden. Eine Karte auf der Homepage des Wolfinformationszentrums Schleswig-Holstein zeigt die Hinweise auf Wölfe.

Stellen Wölfe eine Bedrohung für den Menschen dar?

Grundsätzlich geht von den Tieren keine Gefahr aus. Der Wolf galt vor langer Zeit sogar als enger Freund des Menschen und wurde vor etwa 14.000 bis 16.000 Jahren von Menschen aufgezogen und als Haustier gehalten.

Menschen passen nicht in das Beuteschema der Wölfe. „Hauptsächlich ernähren sie sich von Rehen und Wildschweinen, Nutztiere wie Schafe sind da eher die Ausnahme“, bestätigt uns Wolf von Schenck, Geschäftsführer vom Wolfsinfozentrum Schleswig-Holstein. Menschen gegenüber verhalten sie sich sehr scheu. Das war am Wochenende jedoch nicht der Fall: „Es ist schon sehr auffällig, dass der Wolf die Nähe zum Menschen kaum gescheut hat“, sagt der Experte. Selbst als man das Tier vertrieben hatte, kam es wieder.

Bei gesunden Wölfen besteht keine Gefahr. Sind sie jedoch mit Tollwut infiziert, kann sich ihr Verhalten ändern. Tollwut kann laut dem Wolf-Experten jedoch so gut wie ausgeschlossen werden. Die Virusinfektion ist in Deutschland nicht mehr verbreitet und wurde durch einen Impfköder bekämpft.

Warum greift ein Wolf Schafe an?

Fachleute untersuchen gerade, warum sich der Wolf den Schafen gegenüber so aggressiv verhalten hat. Von den verletzten Tieren wurden Abstriche genommen, um mit Hilfe von genetischen Untersuchungen weitere Informationen über den Wolf zu erhalten.

„Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass die Wölfe von Menschen gefüttert wurden. Diese Informationen stammen jedoch aus Niedersachsen und werden derzeitig noch überprüft“, sagt Wolf von Schenck gegenüber shz.de. Wenn sich diese Hinweise bewahrheiten, könnte das ein Grund dafür sein, warum der Wolf bei Mölln kaum Distanz zum Menschen eingehalten hat.

Wie kann ich mich schützen?

In der Regel zieht sich der Wolf bei einer Begegnung mit dem Menschen von alleine zurück. Weil die Tiere ausgezeichnete Ohren haben, vermeiden sie bereits früh den Kontakt mit ihnen. Aufgrund des aktuellen Vorfalls im Februar rät das schleswig-holsteinische Umweltministerium vor allem den Bewohnern der Region Mölln, ihre Hunde nicht unangeleint laufen zu lassen. Auch Tierhalter von Schafen und Ziegen sollten darauf achten, ihre Tiere angemessen zu schützen.

Wo kann man sich informieren?

Für Fragen oder Wolfshinweise kann man sich an das Wolfsinformationszentrum Schleswig-Holstein wenden. Es gibt eine spezielle Notfall-Hotline: 0174-6330335. Weitere Informationen gibt es unter www.wolfsbetreuer.de. Insgesamt gibt es inzwischen 38 Wolfsbetreuer, die über das ganze Land verteilt sind.

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