Arche Warder : Wo Esel, Kuh und Ziege echte Attraktionen sind

Die beliebten Poitou-Esel im Tierpark Warder. Weltweit gibt es nur ungefähr 500 reinrassige Exemplare dieses Tieres. Foto: Robohm
Die beliebten Poitou-Esel im Tierpark Warder. Weltweit gibt es nur ungefähr 500 reinrassige Exemplare dieses Tieres. Foto: Robohm

Arche Warder feiert sein zehnjähriges Bestehen. Der Tierpark gilt als Europas größtes Zentrum für Haus- und Nutztierrassen .

Avatar_shz von
13. Juni 2013, 11:46 Uhr

Warder | Grunzende Schweine, watschelnde Enten, krähende Hühner: Der Tierpark Arche Warder zeigt seltene und teilweise artenbedrohte Nutz- und Haustiere statt brüllende Löwen und langhalsige Giraffen und ist damit das europaweit größte Zentrum für Tiere dieser Art. Am Wochenende wird das zehnjährige Bestehen der Arche mit einem bunten Jubiläumswochenende gefeiert.
Dass dieses Fest überhaupt stattfinden kann, verdankt der Tierpark Greenpeace, der Umweltlotterie Bingo und vielen freiwilligen Helfern und Spendern. Im Jahre 2003 wurde der damalige Tierpark Warder, der über die gleichnamige A7-Ausfahrt zwischen Rendsburg und Neumünster zu erreichen ist, vor der Insolvenz gerettet. Aus dem Tierpark Warder wurde die Arche Warder "Zentrum für seltene Haus- und Nutztierrassen". Es ist Europas größtes Zentrum dieser Art. 82 verschiedene Rassen und bis zu 1200 Tiere leben auf dem 40 Hektar großen Gelände. Die Umweltstiftung Greenpeace unterbreiteten damals ein Übernahmeangebot, um dieses einzigartige Projekt zu retten. Dazu wurde der neue Verein "Arche Warder - Zentrum für alte Haus- und Nutztierrassen" 2003 gegründet und finanziell ausgestattet. Mittlerweile werden gut zwei Drittel der Ausgaben durch Spenden und Tierpatenschaften finanziert, ein Drittel gehen aus Eintrittsgelder, den Erträgen des Hofladens und des Restaurants hervor, erklärt Lisa Iwon, Mitarbeiterin in der Arche. "Mittlerweile sind wir wieder sehr eigenständig."

Tierpark mit viel Herzblut

Mit Kai Frölich, dem neuen Direktor seit 2007, wurde auch ein neues Konzept mit fünf Zentralen Zielen erarbeitet: Schutz durch professionelle Erhaltungszucht, durch Außenflächen, durch anspruchsvolle Bildungsangebote, durch Vernetzung mit gleichgerichteten, nationalen und und internationalen Institutionen sowie Schutz durch Erforschung physiologischer Besonderheiten der Rassen. Um diese Ziele zu erreichen arbeiten rund 50 Mitarbeiter und Ehrenamtliche in der Arche Warder. "Es sind alle mit viel Herzblut dabei", berichtet Lisa Iwon. Neben einer Futterstelle auf dem riesigen Gelände der beliebten Poitou-Esel steht ein kleines Ein-Mann-Zelt: "Die Pfleger übernachten auch schon mal hier, um beispielsweise bei tragenden Tieren jederzeit helfen zu können, sollte es Komplikationen geben", erklärt Lisa Iwon.
Dass im Tierpark Arche Warder mit viel Herzblut gearbeitet wird sieht man auch bei einem Spaziergang durch den über die Jahre neu gestalteten Park. Überall warten, mit viel Liebe zum Detail hergerichtete, artgerechte Beherbungen für die Tiere, Pflanzen, Bäche und kleine Flüsse machen einen Ausflug in den Tierpark zu einem unvergesslichen Erlebnis.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen