Sandaufspülung : Wird Helgoland verdoppelt?

Die Bildkombination mit zwei Computersimulationen zeigt die Hochseeinsel Helgoland vor (oben) und nach der Sandaufspülung.  Foto: dpa
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Die Bildkombination mit zwei Computersimulationen zeigt die Hochseeinsel Helgoland vor (oben) und nach der Sandaufspülung. Foto: dpa

Ein Hamburger Bauunternehmer hat vorgeschlagen, Helgolands Fläche mit Sandaufspülungen fast zu verdoppeln. So soll die dramatische Touristenflaute gestoppt werden.

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11. April 2008, 12:55 Uhr

Ungewöhnliche Vision für Deutschlands Hochseeinsel: Bauunternehmer Arne Weber hat vorgeschlagen, Helgoland mit Sandaufspülungen zu vergrößern. Er will den Felsen mit der Düne verbinden. Seine Idee stellte er jetzt in Cuxhaven vor.
Eine einen Kilometer lange Spundwand soll dafür vier Meter tief in den Meeresboden gerammt werden. Mit Sand aufgespült soll die Verbindung dann eine Fläche von 100 Hektar haben - Platz für Hotels, Badestrände und Promenaden. Kosten: etwa 80 Millionen Euro. "Das ist erstmal eine Veranschlagung", sagte Arne von Maydell von der Baufirma H.C. Hagemann zu shz.de. Der Quadratmeter würde unter 100 Euro kosten.
Promenade zum Robbenparadies?
"Noch ist das eine Vision", sagte Helgolands Bürgermeister Frank Botter zu shz.de. "Es gibt noch keine Baupläne und nichts." Er selbst war sehr überrascht von dem Vorschlag. Der Insel-Chef vertraut aber auf den Hamburger Bauunternehmer. "Weber hat schon eine Menge für Helgoland gemacht", erklärte Botter. "Wir gucken uns jetzt in Ruhe an, ob das machbar ist und ob wir das wollen." Der Vorschlag passe in die Diskussion, wie man wieder mehr Touristen auf die Insel locken könnte. Noch müsse aber geprüft werden, ob es naturschutzrechtliche Probleme gibt. Die bisher von der Insel getrennte Düne ist unter anderem ein Paradies für Robben.
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Die Kosten werfen den Bürgermeister nicht aus der Bahn. Schließlich würde das Neuland wieder Geld in die Kassen spülen. 350 Euro koste derzeit ein Quadratmeter unerschlossenes Bauland auf der Insel. Botter vertraut darauf, dass sich auch das Land an den Kosten beteiligen würde, der Finanzminister sich freuen würde, wenn Helgoland Vorschläge macht. Es wäre die zweite Investition dieser Größenordnung. "Der Wiederaufbau von Helgoland hat damals 125 Millionen Mark gekostet", sagte Botter. Auch von Maydell setzt auf die Politik: "Wir haben einen Gedankenanstoß gemacht. Das muss jetzt erst einmal in der Politik ankommen."
Die Insulaner versuchen derzeit, mehr Touristen für einen Helgolandbesuch zu begeistern. Das Aquarium soll saniert werden, die Seehundsdüne soll für Touristen besser erlebbar gemacht werden. Der dramatische Besucherrückgang hat bei den Helgoländern zu großen Einbußen in den Einnahmen geführt. Jetzt wird nach Lösungen gesucht. Unter anderem habe eine große Reederei angefragt, die gern Helgoland als Reiseziel anbieten möchte, erklärte von Maydell. "Die Kreuzfahrer wollen keinen Fuselfelsen anfahren", sagte er. Touristen wollten Strand- und Naturerlebnis. Helgoland müsste attraktiver werden. Von Maydell schlägt außerdem vor, die Hauptinsel zu sanieren und die Landebahn des Flughafens zu verlängern.

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