Zwölf Monate voller technischer Pannen : "Wir sind die Pechvögel des Jahres"

Die Waschmaschine und ihre Tücken trieben Fynn (9), Ole (9), Lara (7), Anne (43) und Michael Grossek (43, v. l.) fast in den Wahnsinn. Foto: Dewanger
Die Waschmaschine und ihre Tücken trieben Fynn (9), Ole (9), Lara (7), Anne (43) und Michael Grossek (43, v. l.) fast in den Wahnsinn. Foto: Dewanger

Die Autos sind ständig in der Werkstatt, die Heizung fällt aus, die Waschmaschine flutet den Hauswirtschaftsraum: Über dem Haus von Familie Grossek in Breiholz hängt ein Fluch.

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02. Januar 2013, 09:54 Uhr

Breiholz | Es gab alles: Verkorkste Urlaube, verpasste Lottogewinne, verlorene Jobs, gescheiterte Beziehungen - von allem haben wir gehört bei unserer Aktion "Pechvogel des Jahres". Zahlreiche Leser haben uns geschrieben, und ihre Erlebnisse geschildert. Vielen Dank dafür. Viele hätten den Titel verdient, bekommen hat ihn Familie Grossek aus Breiholz (Kreis Rendsburg-Eckernförde), die nun auf ein bisschen Glück im neuen Jahr hofft. Stellvertretend für alle berichtet Anne Grossek von ihrem Pech.
"Heute können wir lachen über das Jahr 2012 - weil wir so viel Pech hatten, dass es schon wieder lustig ist. Doch das war nicht immer so: Irgendwann im Herbst stand ich vor unserer Waschmaschine und habe die Fassung verloren. Ich habe nur gedacht: Das kann doch nicht wahr sein. Warum haben wir ausgerechnet so viel Pech?

Auto kaputt, Heizung kaputt

Denn in diesem Jahr ist bei uns so viel schief gegangen wie noch nie zuvor. Zum Glück sind wir alle gesund geblieben - halbwegs. Unser Sohn hat sich die Schulter gebrochen, aber sonst ist keinem ernsthaft etwas passiert. Dafür ist fast alles Technische kaputt gegangen, was wir besitzen. Wir hatten zwei Wasserschäden im Haus. Unsere Autos standen ständig in der Werkstatt, bei meinem hatte ein Marder allein dreimal die Bremsschläuche ruiniert.
Eines Tages leihe ich mir deshalb das Auto meines Schwiegervaters. Eine halbe Stunde lang parke ich es vor der Arztpraxis. Als ich meinem Schwiegervater das Auto zurückgebe, bemerkt er, dass es von einem anderen Wagen angefahren worden ist. Aber einen Schuldigen können wir natürlich nicht finden. Noch am selben Tag will ich nach dem Sommer die Heizung in unserem Haus anschalten, doch nur der Störknopf leuchtet in wunderschönem Rot auf: Die Elektronik ist hin.

Der Schwiegervater verleiht nicht mehr so gern

Beim Toben fallen meine Jungs gegen den Backofen, eine Ecke der Klappe bricht ab, seitdem brauchen wir die dreifache Zeit, um etwas im Ofen heiß zu machen. Unser Fernseher funktioniert nur noch eingeschränkt - nach einer halben Stunde schaltet er sich selbsttätig ab. Daraufhin leihen wir uns von meinem Schwiegervater ein anderes Gerät. Nach zwei Tagen implodiert er mit einem kleinen Knall. Seitdem leiht uns mein Schwiegervater nicht mehr so gern etwas.
Doch all das wird noch von unserer ein Jahr alten Waschmaschine getoppt. "E 61" leuchtet es eines Tages im Display auf - Heizung defekt. Ich rufe den Kundendienst, nach drei Stunden bekomme ich einen Menschen ans Telefon. Der Techniker kommt ein paar Tage später, nach einer Stunde hat er eine neue Heizung eingebaut. Super. Er fährt weg, ich mache die Maschine an. Doch eine Stunde später steht unser Hauswirtschaftsraum unter Wasser, der Techniker hat die Heizung nicht richtig eingebaut. Wieder kommt der Techniker, schraubt die Heizung fest.

Auf "Du" mit dem Waschmaschinen-Techniker

Beim ersten Waschen leuchtet im Display wieder "E 61" auf. Wieder kommt der Techniker, diesmal sei die Elektronik schuld, sagt er. Ersatzteil ist bestellt. Okay. Nächste Woche alles eingebaut. Waschen. Und wieder blendet mich das Display mit der Anzeige "E 61". Zum Verzweifeln. Beim nächsten Reparaturversuch reißt der Techniker aus Versehen den Zulaufschlauch ab - herrlich so eine kalte Dusche. Mein Schwiegervater hilft mit einem Schlauch aus. Waschen muss ich aber weiter bei meiner Nachbarin, denn der Motor der Maschine muss noch ausgetauscht werden. Unser Trockner nimmt sich an der Waschmaschine ein Beispiel - und gibt auf. Mein Mann muss ihn komplett auseinander bauen und wieder zusammensetzen, damit er wieder seinen Dienst tut.
Als der Waschmaschinen-Techniker das nächste Mal kommt, biete ich ihm das "Du" an. Denn auch mit dem neuen Motor setzt die Maschine unseren Hauswirtschaftsraum unter Wasser. Diesmal soll der Fehler im Überlaufbecken liegen. Wieder eine Bestellung. Sechs Wochen nach dem ersten Problem soll die Maschine endlich laufen, allerdings fliegt jetzt immer die Sicherung raus. Am Ende bekommen wir eine neue Waschmaschine. Und die funktioniert auch. Allerdings macht jetzt der Computer Zicken, unser Kühlschrank hält schon mal bei kleinster Temperatureinstellung gefrorene Salamischeiben für uns bereit. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf: Vielleicht erleben wir ja ein glücklicheres Jahr 2013. Zumindest könnte ja mal ein technisches Gerät heil bleiben."

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