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"Wir sind das Volk": Leipzig wehrt sich gegen Rechte

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erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Norderstedt/Leipzig | Die Stadt Leipzig wehrt sich gegen die Vereinnahmung der 1989er-Revolutionslosung "Wir sind das Volk" durch Rechtspopulisten. Zwei Männer aus Norderstedt hatten sich den Spruch mit dem Zusatz "WSDV" beim Patenamt in München markenrechtlich schützen lassen, nachdem sie eine gleichnamige Partei gegründet hatten (unsere Zeitung berichtete). Gegen den Markenschutz legt die Stadt Leipzig nun Einspruch ein. Der werde heute über eine Anwaltskanzlei auf den Weg gebracht, sagte Stadtsprecher Matthias Hasberg gestern. Die Stadt wolle erreichen, dass der Spruch künftig als Allgemeingut gilt und nicht mehr markenrechtlich geschützt werden kann. Die beiden Norderstedter haben sich die Wortkombination laut Patentamt für zehn Jahre gesichert. Hat der Einspruch Leipzigs keinen Erfolg, dürfen sie den Slogan kommerziell für hunderte Produkte, zum Beispiel auf Tassen, T-Shirts oder Büromaterial nutzen. Die nichtkommerzielle Nutzung - etwa auf Demonstrations-Plakaten - wäre weiterhin allen erlaubt. Die Protagonisten der Partei gehören nach Einschätzung des Verfassungsschutzes zur Gruppe der sogenannten Reichdeutschen mit einer thematischen Nähe zum Rechtsextremismus. Unter dem mächtigen Ruf "Wir sind das Volk" waren einst die Leipziger Montagsdemonstranten gegen die SED-Diktatur angetreten. Diese Demonstrationen mit bis zu 70 000 Menschen sowie die machtvollen Proteste in anderen DDR-Städten waren der Beginn der friedlichen Revolution und der Anfang vom Ende der SED.

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