"Landarzt"-Aus : "Wir müssen das verhindern"

Franziska Troegner (von links) in der Rolle der Gertrud Hinnerksen, Wayne Carpendale in der Rolle des Landarzts Jan Bergmann und Lea Fassbender in der Rolle der Anja Steinwehr posieren bei einem Settermin anlässlich des 25-jährigen Jubilaums der Serie 'Der Landarzt'. Foto: dapd
Franziska Troegner (von links) in der Rolle der Gertrud Hinnerksen, Wayne Carpendale in der Rolle des Landarzts Jan Bergmann und Lea Fassbender in der Rolle der Anja Steinwehr posieren bei einem Settermin anlässlich des 25-jährigen Jubilaums der Serie "Der Landarzt". Foto: dapd

Nach dem Aus für die Serie "Der Landarzt" will Kappelns Bürgermeister Hilfe von ganz oben erbitten. Heiko Traulsen bat Ministerpräsident Albig um eine Intervention beim ZDF.

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07. Oktober 2012, 03:41 Uhr

Kappeln/Kiel | Nach dem überraschenden Aus für den "Landarzt" herrscht in und um Kappeln, wo die ZDF-Serie spielt, Bestürzung. Bürgermeister Heiko Traulsen hat an Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) geschrieben. Er bittet ihn um eine Intervention bei dem Mainzer Sender. "Wir müssen das verhindern. Meine Hoffnung ist, dass der Ministerpräsident diesen Schlag für die Region erkennt und versucht, das über das ZDF zu verhindern", sagte Traulsen. Schließlich gebe es keine wirtschaftlichen Gründe bei über vier Millionen Zuschauern.
Traulsen kennt alle Landarzt-Darsteller persönlich: Christian Quadflieg, Walter Plathe und Wayne Carpendale. "Walter Plathe hat sogar bei mir zu Hause gedreht." Das ZDF hatte angekündigt, Platz für neue Formate machen zu wollen. Traulsens Befürchtung: "Wir sind ein Landstrich für Best Ager und Familien. Wenn man jetzt junges Publikum anspricht, ist das für uns doppelt schlecht." Zudem habe die Region, etwa durch Bundeswehrreformen, zuletzt viele Tiefschläge erlebt. Dass das ZDF ihn nicht persönlich informiert habe, habe ihn enttäuscht. Nun setzt er alle Hoffnungen auf ein Gespräch zwischen Albig und dem ZDF-Intendanten.
Appell an das ZDF
Unterstützung bekommt Traulsen von der CDU im Wahlkreis Flensburg-Schleswig, zu dem Kappeln gehört. Der frisch gewählte Bundestags-Kandidat Jost de Jager sagte: "Das Ende der beliebten Vorabendserie ist sehr bedauerlich und ein schwerer Verlust für die Region um Kappeln. Viele touristische Arbeitsplätze hängen daran, die nun vom Aus betroffen sein werden." Es sei unverständlich, warum das Ende der Serie erst so kurzfristig mitgeteilt wurde. An die Verantwortlichen des ZDF appellierte er, ihre Entscheidung zu überdenken. "Als öffentlich-rechtlicher Sender trägt das ZDF auch Verantwortung für die Region. Darum werde ich den schleswig-holsteinischen Vertreter im ZDF-Fernsehrat, Staatssekretär Dr. Eberhard Schmidt-Elsäßer, anschreiben und um Aufklärung bitten", sagte de Jager.
Der derzeitige Bundestags-Abgeordnete des Wahlkreises und Sprecher für Kultur und Medien der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, und der Landtags-Fraktionschef Johannes Callsen wollen sich mit Mitgliedern des ZDF-Fernsehrates in Verbindung setzen, um ein Umdenken zu erwirken.
Sie müssen sich allerdings beeilen: Bereits am Dienstag werden Schuhe, Jacken, Hosen, Oberteile, Taschen und Accessoires aus dem Fundus der Novafilm Fernsehproduktion in Kappeln (Mehlbydiek 22, 10 bis 16 Uhr) verkauft. Die Einnahmen werden für einen guten Zweck gespendet.

Soll der Landarzt so bleiben - oder braucht die Serie eine Frischzellenkur? Soll das ZDF eine ganz neue Serie starten? Schreiben Sie uns in der Kommentarfunktion Ihre Anregungen, Wünsche und Ideen zum Thema Landarzt!

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