ZDF dreht Film in Schleswig : Winter-Krimi mit Mittelalter-Flair

Hauptdarstellerin Natalia Wörner (li.) und Regisseurin Judith Kennel standen bei den Dreharbeiten unter Zeitdruck. Foto: ZDF/Laewen
Hauptdarstellerin Natalia Wörner (li.) und Regisseurin Judith Kennel standen bei den Dreharbeiten unter Zeitdruck. Foto: ZDF/Laewen

Die Autofahrer nervts, ein ZDF-Team freuts: Es nutzte das Schneewetter für die Dreharbeiten zur neuen Folge der Krimireihe "Unter anderen Umständen" in Schleswig.

shz.de von
01. Februar 2010, 04:14 Uhr

Schleswig | "Wir hatten eine stramme Woche", sagt Produktionsleiter Christian Krohn. Innerhalb von nur fünf Tagen wurden alle Außenszenen für die fünfte Folge der ZDF-Krimireihe "Unter anderen Umständen" abgedreht. Die Filmcrew wollte das Wetter ausnutzen, so gut es ging: "Der Schnee macht den Film ungewöhnlich", sagt Krohn. "Wir sind froh, dass es geklappt hat, durchgängig bei Schnee zu drehen." Die Dreharbeiten am St.-Johannis-Kloster, am Stadthafen und rund um das "Polizeirevier" im Kirchenkreisamt in der Norderdomstraße fanden wegen des straffen Zeitplans unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt - zum Bedauern des Teams, wie Krohn bekennt: "Wir freuen uns immer über den Kontakt mit den Menschen vor Ort, und die Unterstützung, die wir von ihnen erfahren, tut uns gut."
Natalia Wörner schlüpfte wieder in die Rolle der Kriminalkommissarin Jana Winter. Die Handlung klingt beinahe nach einem Mittelalter-Roman: Eine Leiche im Kloster vor den Toren der Stadt sorgt für Aufregung. Schnell steht fest: Der Sturz vom Klosterturm war weder ein Unfall noch Selbstmord. Kommissarin Winter ermittelt in der Familie des durch den Sturz umgekommenen Richard Brandner (Walter Kreye), der Besitzer einer Firma für Schiffsmotoren war. Vor allem auf seinen Stiefsohn (Alexander Beyer) fällt der Verdacht - ihm wurde erst vor kurzem die Prokura für das Unternehmen entzogen. Doch auch gegen die älteste Tochter Lena (Annett Renneberg) wird ermittelt - Lena lebt in dem Kloster. Kommissarin Winter wird diesmal von einem neuen Kollegen, gespielt von Max von Pufendorf, unterstützt. In weiteren Rollen sind Henriette Richter-Röhl und Gudrun Landgrebe zu sehen, Regie führt wie in den bisherigen Folgen Judith Kennel.
Mystische Szenen mit abgefahrener Akustik
Besonders begeistert zeigt sich der Produktionsleiter von den Schneeszenen am Kloster. "Das hatte atmosphärisch schon etwas von dem Film Der Name der Rose", sagt er und kündigt an: "Die Zuschauer können sich auf mystische Szenen mit abgefahrener Akustik freuen."
Bei einzelnen Einstellungen stellte das Winterwetter das Filmteam aber auch vor Probleme: "Einmal brauchten wir zumindest teilweise offenes Wasser. Das gibt es im Moment in Schleswig ja nicht", sagt Krohn. Diese Szene wurde in Glückstadt an der Elbe aufgenommen.
Eigentlich sollten die Arbeiten in Schleswig noch länger dauern, so Krohn. "Es wurden aber Szenen gestrichen. Außerdem wussten wir ja nicht, wie lange das traumhafte Wetter hält und wollten schnell fertig werden." Die neue Folge (Arbeitstitel: "Glaube, Liebe, Mord") soll im Herbst ausgestrahlt werden. Jetzt folgen Innenaufnahmen in Hamburg und in einem Kloster in Lüneburg. Eine Chance, das Filmteamzu beobachten, gibt es noch: Heute sollen von einem Hubschrauber aus Luftaufnahmen gedreht werden.

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