"artefact" öffnet wieder : Wieviel wiegt ein Kilowatt?

Aufbau der neuen Station: Werner Kiwitt (r.) mit  Florian Docther, der sein freiwilligiges ökologisches Jahr im Powerpark absolviert. Foto: Staudt
Aufbau der neuen Station: Werner Kiwitt (r.) mit Florian Docther, der sein freiwilligiges ökologisches Jahr im Powerpark absolviert. Foto: Staudt

Diese und andere Fragen werden bei "artefact" beantwortet. Am 1. April startet der einzige Energie-Erlebnispark des Landes in Glücksburg in die neue Saison.

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31. März 2008, 08:36 Uhr

Zur Energie-Erzeugung braucht es Kraft. Das können die Besucher von "artefact", dem einzigen Energie-Erlebnispark des Landes, an einer der neuen Experimentier-Stationen am eigenen Körper erfahren. Und zwar auf einem Fahrrad, durch das die LED-Lampen an einem mehrere Meter hohen Leuchtturm zum Strahlen gebracht werden. Je kräftiger der Tritt in die Pedale, desto höher wächst der Lichterkranz, bis sich schließlich der Kopf mit dem Leuchtfeuer dreht. Doch das schaffen die wenigsten.
"Dadurch können Kinder spielerisch erfahren, dass der Strom nicht einfach so aus der Steckdose kommt", sagt Werner Kiwitt, Geschäftsführer von "artefact" in Glücksburg an der Ostsee, über das neue Experiment, das kürzlich erstmals auf der Husumer Messe "New Energy" präsentiert wurde.
Aushängeschild von "artefact", des ersten von der Unesco ausgezeichneten Bildungszentrums für nachhaltige Entwicklung in Schleswig-Holstein, ist der Powerpark: Mehr als 40 Stationen, an denen Kinder und Erwachsene physikalischen Phänomenen auf den Grund gehen, ihre Kräfte und ihr Wissen messen können. Mit einigen neuen Feldversuchen öffnet der Erlebnispark am 1. April wieder seine Türen.
Trinkwasser gewinnen - mit der Kraft der Sonne
Seit einem Jahr steht dort eine Meerwasser-Entsalzungsanlage. Durch Solarenergie können in ihr aus salzigem Ostseewasser rund 20 Liter Trinkwasser pro Tag gewonnen werden. Ein interessantes Projekt besonders für afrikanische Besucher, die bei "artefact" lernen, wie ihre Vorväter Häuser aus Lehm gebaut haben. "In unseren Breiten gewinnen diese nubischen Bauten medizinisch - für die Asthma- und Bronchitis-Prophylaxe - zunehmend an Bedeutung, denn sie erzeugen ein extrem Allergie armes Wohnklima", sagt Kiwitt.
Zu den beliebtesten Stationen des Powerparks zählt der Solarkocher "Papillon", der seinen Schirm wie ein Schmetterling öffnet, und dann durch Sonnenenergie Wasser zum Kochen bringt. Auch am hydraulischen Widder kommt kaum ein Kind vorbei. Dieser lässt ohne jede Energiezufuhr Wasser bergauf fließen. Dabei wird die Bewegungsenergie ausgenutzt, die durch ein Rohr fließendes Wasser abgibt, wenn dessen Lauf schlagartig gestoppt wird. Durch eine von Ventilen gesteuerte Reaktionskette von Druck und Gegendruck überwindet das Wasser scheinbar die Gesetze der Schwerkraft - und macht manch kleinen und großen Experimentierer auch ein wenig nass. Dieses Phänomen wurde "Widder" genannt, weil die Druckstöße in der Anlage an die Rammstöße eines Widders erinnern.
Zur Eröffnung fertig gestellt sein soll auch der Biomassen-Pavillon, in dem die Verwendung von verschiedenen ökologischen Dämmstoffen und eine Rapsöl-Presse präsentiert werden.
Alle Stationen sind für kleine Forscher ab sieben Jahren bespielbar. Der Powerpark ist ab 1. April montags bis freitags von 9 bis 18 sowie am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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