Kreis Stormarn : Wie Autodiebe die Keyless-Technik austricksen

<p>Durch Keyless-Go-Technologie kann der Autoschlüssel in der Tasche bleiben. Sie spielt Autodieben jedoch auch in die Hände.</p>

Durch Keyless-Go-Technologie kann der Autoschlüssel in der Tasche bleiben. Sie spielt Autodieben jedoch auch in die Hände.

Luxusautos mit Keyless-Go-Technologie sind leichte Beute. Mit Material aus dem Baumarkt wird der Diebstahl zum Kinderspiel.

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30. Januar 2018, 13:19 Uhr

In den vergangenen Wochen ist es im Kreis Stormarn immer wieder zu Autodiebstählen gekommen – ohne die Autos zu beschädigen. Besonders teure Luxusautos mit Keyless-Go-Technik scheinen die Diebe zu interessieren. Das berichtet das Hamburger Abendblatt am Dienstag.

Die Keyless-Go-Technologie soll das Losfahren vereinfachen. Der Fahrer trägt den über Funk mit Sensoren im Auto verbundenen Schlüssel bei sich. Kommt er in die Nähe des Wagens, entriegelt dieser automatisch. Auch zum Starten des Wagens kann der Schlüssel in der Tasche bleiben.

So einfach lässt sich die Technologie austricksen

Durch einfache Komponenten, die im Baumarkt für rund 100 Euro erhältlich sind, kann das Signal des Schlüssels eingefangen und verstärkt werden. Liegt der Autoschlüssel beispielsweise im Hausflur, hat der Autodieb leichtes Spiel. Mit Hilfe des Verstärkers kann das Signal des Schlüssels von der Haustür aus mehrere 100 Meter verlängert werden. Ein weiterer Verstärker vor dem Auto sorgt dafür, dass es entriegelt und letztlich gestartet werden kann.

Ein Wagen kann so binnen kurzer Zeit entwendet werden. Der ADAC hat rund 160 unterschiedliche Automodelle getestet. „Mit einer selbst gebauten Funk-Verlängerung konnten alle bisher untersuchten, mit Keyless ausgestatteten Autos sekundenschnell geöffnet und weggefahren werden“, erklärt Christian Hieff, Sprecher beim ADAC Hansa in Hamburg dem Hamburger Abendblatt.

Wie Autobesitzer sich schützen können

Um sich gegen einen solchen Diebstahl zu schützen, könnten die Besitzer den Schlüssel in einer Metalldose aufbewahren. Das würde jedoch dem Ziel der Technologie widersprechen, Komfort zu schaffen, indem der Gebrauch vereinfacht wird. Hieff sieht die Automobilhersteller in der Verantwortung an der Technik zu arbeiten. Bei den Autobauern sei jedoch kein Bemühen zu erkennen, die Sicherheitslücke zu schließen.

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