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Vorhersage : Wetter in SH: Kalt, aber erstmal kein neuer Schnee

vom
Aus der Onlineredaktion

Draußen ist es klirrend kalt - doch täuschen lassen darf man sich davon nicht: Die Feuerwehr warnt davor, Eisflächen zu betreten.

shz.de von
erstellt am 19.Jan.2016 | 16:56 Uhr

Kiel | Die warme Wohnung zu verlassen, dürfte vielen Schleswig-Holsteinern derzeit schwerfallen. Denn draußen ist es klirrend kalt - und das schon seit einigen Tagen. Am Dienstagvormittag hat es in weiten Teilen des Landes außerdem geschneit. Auch in den kommenden Tagen werden Minustemperaturen erwartet. Doch Diplom-Meteorologin Alina Voß von der Wetterwelt in Kiel gibt Hoffnung: „Schon für Samstag erwarten wir Temperaturen im Plusbereich, am Sonntag werden es bis zu fünf Grad.“

Auf einen überdurchschnittlich warmen Dezember folgen im Januar winterliche Temperaturen. Auch für Autofahrer heißt das: Vorsichtig zu fahren ist Pflicht, es kann besonders auf den Nebenstrecken Schleswig-Holsteins sehr glatt werden.

Gleichzeitig hat Voß schlechte Nachrichten für alle Wintersportfans. Denn viel Schnee wird in den nächsten ein bis zwei Wochen nicht herunterkommen. „Mancherorts fallen vielleicht nochmal zwei bis drei Zentimeter, das war's aber“, sagt Voß. Freuen dürften sich eher die Spaziergänger - denn auch wenn es zunächst kalt bleibt, erwartet die Schleswig-Holsteiner „vergleichsweise viel Sonnenschein“.

Erst am Freitag könnte es regnen und noch etwas schneien. Alina Voß warnt besonders für den Nachmittag und Abend Autofahrer zur Vorsicht: „Auf den Straßen kann es sehr glatt werden“, sagt sie.

Und nicht nur Autofahrer, auch Schlittschuhläufer müssen in den nächsten Tagen aufpassen. Sie sollten sich von den vermeintlich zugefrorenen Seen nicht blenden lassen. Denn das Eis ist vielerorts noch sehr dünn - und die Gefahr einzubrechen sehr hoch. Am Montag erst sind drei Schülerinnen in Kiel auf einem Teich in der Nähe ihrer Schule eingebrochen. Sie hatten Glück im Unglück: Die Feuerwehr konnte sie rechtzeitig aus dem eiskalten Wasser retten. „Man sollte auf jeden Fall warten, bis die Seen offiziell freigegeben sind", sagt Voß. Bislang habe sie noch nichts von Freigaben gehört.

Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein mahnt ebenfalls zur Vorsicht. Auf seiner Website gibt er Tipps, wie man sich am Eis verhalten sollte. Wichtig sei es, Kindern die Gefahren zu erklären, denn sie lassen sich besonders schnell dazu verleiten, die Eisfläche zu betreten. Außerdem sollte man niemals alleine das Eis betreten - im Unglücksfall wäre dann niemand dabei, der Hilfe holen kann. Knisterndes und knackendes Eis sollte man ohnehin nicht betreten. Und wenn man auf dem Eis steht und es einzubrechen droht, sollte man sich flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen, und in dieser Haltung zum Ufer robben.  

Tut man das nicht, wird es schnell gefährlich: Denn innerhalb weniger Minuten in drei bis vier Grad kaltem Wasser erschlaffen die Muskeln, der Körper erlahmt, und man geht unter. Der Feuerwehr-Verband gibt deshalb folgende Tipps zum Verhalten im Unglücksfall:

• Wer einbricht, sollte versuchen, sich vorsichtig am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei schlagen.
• Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen und sich nicht zu weit hinaus wagen.
• Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte dafür eine Unterlage (Leiter, Bretter, Zaun, Hockeyschläger) verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Die Hilfsmittel kann man der eingebrochenen Person zuschieben. Eine quer über die Ein-bruchstelle gelegte Unterlage oder Äste machen die Rettung leichter. Hilfreich können auch an Gewässern aufgehängte Rettungsringe sein.
• Gerettete in warme Decken (Rettungsdecke) oder Jacken hüllen, vorsichtig erwärmen, nicht mit Schnee abreiben.
• Unterkühlten Personen keinen Alkohol geben, stattdessen möglichst warmen Tee reichen.

 

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