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Statt töten lieber vertreiben : Wespen im Anflug: Was Sie über die Insekten wissen sollten

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Viele Menschen fühlen sich in diesen Wochen von ihnen genervt oder gar bedroht. Aber Wespen sind gar nicht so – wenn man mit ihnen umzugehen weiß.

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2015 | 13:59 Uhr

Kiel | Jetzt nerven sie wieder mit ihren oft hektischen Flugbewegungen: Sie brummen über der Kaffeetafel auf der Terrasse, summen um den Saftbecher herum, setzen sich frech aufs Grillfleisch. Nicht selten sieht man darum dieser Tage ansonsten friedfertige Menschen, die mitten im Gespräch panisch aufspringen und wie wild um sich schlagen. Sie fühlen sich belästigt oder haben gar Angst vor diesen ungebetenen Gästen: Wespen gehören zu den weniger beliebten Begleiterscheinungen des Sommers. Dabei sind sie gar nicht so.

Denn erstens kann man mit ihnen leben lernen, wenn man um das richtige Verhalten weiß. Und zweitens sind sie äußerst nützliche Wesen, als Bestäuber von Wildpflanzen sowie als Element im Kreislauf von Fressen und Gefressenwerden: einerseits als Beute für andere wirbellose Tiere wie zum Beispiel Spinnen oder Vögel, andererseits als Räuber, die andere Insekten wie Blattläuse oder Wanzen vertilgen. Für das ökologische Gleichgewicht sind Wespen und ihre Verwandten jedenfalls unverzichtbar.

Wie Hornissen und Honigbienen gehören Wespen zu den Hautflüglern (biologisch: Hymenoptera), die zusammen mit Käfern, Schmetterlingen und Zweiflüglern eine der artenreichsten Gruppen innerhalb der Insekten bilden, und hier zu den Wildbienen – von denen die meisten als Einzelgänger leben wie zum Beispiel die Sandwespen. Anders die „Gemeine Wespe“ (biologisch: Vespula vulgaris) die in sozialen Gemeinschaften lebt, Nester anlegt und dabei Behausungen des Menschen (Öffnungen in Wänden oder Dachüberständen) nicht verschmäht.

Allerdings sind es lediglich die Weibchen, die über den gefürchteten Wehrstachel verfügen. Den setzen sie ein, wenn sie sich bedroht fühlen. Die beste Wespenabwehr ist darum eine bedächtige Reaktion auf ihre Anwesenheit statt hektischer Bewegungen. Auch das Wegpusten ist nicht ratsam, da das im Atem enthaltene Kohlendioxid im Wespennest als Alarmsignal gilt.

Um die summenden Flieger vom gedeckten Tisch fernzuhalten, hat sich zudem eine Ablenkungsfütterung bewährt: Bis zu zehn Meter entfernt vom eigenen Aufenthaltsort sollte der Tisch für die summenden Flieger reich gedeckt werden, am besten mit reifen Weintrauben. „Wespen lieben Weintrauben“, so die Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung Eva Goris. „Damit lassen sie sich friedlich stimmen.“ Weniger geeignet sind unverdünnte Marmelade oder Honig, sie machen die Tiere aggressiv.

Haben Wespen am Haus ein Nest angelegt, sollte man davon stets zwei bis drei Meter Abstand halten und die Flugbahn der Tiere nicht versperren. Verschließen sollte man das Nest nicht, weil dessen Bewohner sich dann häufig einen anderen Ausgang suchen und so ins Haus gelangen können. Über den Winter löst sich das Problem dann in der Regel von allein. Denn nach den ersten Frostnächten gehen die Wespen ein und das Nest kann gefahrlos entfernt werden. Die Stelle sollte man gut säubern, weil wohnungssuchende Königinnen im nächsten Jahr ihr neues Nest gern dort anlegen, wo es „nach Wespe riecht“.

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