Itzehoer Hafen : Wer stahl den Stahl-Stör?

Der Stör hat einen hohen symbolischen Wert für die Ehrenamtler in Itzehoe. Foto: Götz
Der Stör hat einen hohen symbolischen Wert für die Ehrenamtler in Itzehoe. Foto: Götz

War es Vandalismus? Oder hat ihn sich ein Souvenir-Jäger geangelt? Der 1,52 Meter lange Stör aus rostfreiem Stahl auf einem Gedenkstein am Itzehoer Hafen ist verschwunden.

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19. Juli 2013, 11:43 Uhr

Itzehoe | Unbekannte haben das Fisch-Emblem aus seiner Verankerung gerissen. Damit ist der Stadt nicht nur ein materieller Schaden in Höhe von rund 500 Euro entstanden, sondern vor allem ein Symbol verloren gegangen: Der Findling mit dem Stahl-Stör wurde 2009 anlässlich der Wiederansiedlung des gleichnamigen Fisches im Fluss Stör aufgestellt. Der Europäisch-Atlantische Stör galt als nahezu ausgerottet, seit einigen Jahren laufen intensive Bemühungen, ihn wieder in deutschen Gewässern anzusiedeln.
"Hier wurde ehrenamtliches Engagement mit Füßen getreten", sagt Heinz-Rüdiger George, Leiter der städtischen Umweltabteilung. Es sei mit dem Diebstahl ein Stück Identität verloren gegangen, meint Dieter Scheiba von der Gesellschaft zur Rettung des Störs. "Es erfüllt schon mit Traurigkeit, wenn einem die Symbolfigur genommen wird." Für Uwe Jens Lützen, in Itzehoe die treibende Kraft zur Wiederansiedlung des Fisches, ist der Diebstahl "ein Zeichen dafür, wie die Menschheit, die den Stör damals aus der Stör vertrieben und fast für seine Ausrottung gesorgt hat, mit dem Erbe umgeht. Es tut weh, dass sie keinen Respekt haben."
Sie alle appellieren an die Reue des Täters und hoffen, dass der Stör wieder auftaucht - beim goldenen Bahlsen-Keks, der in Hannover verschwunden war, habe das schließlich auch geklappt. Hinweise an die Wasserschutzpolizei Glückstadt, 04124/7014-0.

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