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Tipps vom Rechtsexperten : Wenn Hunde zu Jägern werden

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Der Jagdtrieb bei Hunden bleibt meist nicht aus. Ohne Leine kann dieser Instinkt gefährlich und teuer enden. Tobias Umland klärt auf.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2013 | 04:33 Uhr

Sie als Hundehalter sollten Ihren Hund generell gut einschätzen können. Besonders wichtig ist dies aber, wenn es um den Jagdtrieb geht. Wenn Sie den Hund von der Leine lassen, müssen Sie ihn unter Kontrolle haben. Hierbei ist in jedem Fall zu vermeiden, dass der Hund Wild oder Nutzvieh jagt oder sogar verletzt. Schon durch das Jagen kann erheblicher Schaden entstehen. Hierzu zählen Fälle in dem Wild auf eine Straße getrieben wird oder eine Herde Kühe aus Panik durch die Umzäunung der Weide bricht. Durch Sach- und Personenschäden können in diesem Fall hohe Schadenssummen zusammenkommen.

Diese trägt nach § 833 BGB grundsätzlich der Halter. Durch das Jagen von Wild gefährdet sich der Hund jedoch auch selbst. In Schleswig-Holstein ist der Jagschutzberechtigte nach § 21 Abs. 1 Nr. 2 LJagdG berechtigt wildernde Hunde zu töten. Dies ist gegeben, wenn Hunde im Jagdbezirk außerhalb der Einwirkung der sie führenden Person sichtbar Wild verfolgen oder reißen. Es reicht also aus, wenn der Hund über eine nicht unerhebliche Strecke das Wild verfolgt und der Halter aus seiner Position weder physisch noch durch Laute auf den Hund einwirken kann. Dies ist bei einer Entfernung von 200 bis 300 Metern anzunehmen.

Es kommt aber auf den Einzelfall an. Wenn ein Hund nicht gehorcht, genügt auch eine kurze Distanz. Der Hund muss das Wild sichtbar verfolgen. Dies kann sich allerdings auch schon dadurch zeigen, dass der Hund eine Fährte von gerade vorbeigezogenem Wild mit tiefer Nase folgt. Sobald der Hund die Verfolgung aufgegeben hat und nach Hause oder zu seinem Halter zurückkehrt, endet die Befugnis zum Abschuss. Dies gilt auch, wenn Wild bereits gerissen wurde. Kann ein freilaufender Hund das Wild durch sein Verhalten nicht gefährden, besteht generell keine Tötungsbefugnis (geringe Größe, Laufen auf öffentlichen Wegen).

Das Vorliegen der Voraussetzungen hat der Jagdschutzberechtigte zu beweisen. Fehlen die Voraussetzungen, macht sich der Jagdausübungsberechtigte schadensersatzpflichtig. Neben der Möglichkeit der Tötung des Tieres, kann der Jagdschutzberechtigte den Halter des Hundes in einem zivilrechtlichen Verfahren auf Unterlassen in Anspruch nehmen.

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