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Tipps vom Rechtsexperten : Wenn der Hund zubeißt

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Wenn ein Hund beißt, kann dies zivil-, straf- und öffentlich-rechtliche Konsequenzen haben. Tier-Courier-Experte Tobias Umland erklärt die Folgen.

shz.de von
erstellt am 08.Mär.2013 | 03:31 Uhr

Kiel | Wenn ein Hund beißt, kann dies zivil-, straf- und öffentlich-rechtliche Konsequenzen haben. So gilt ein Hund, der einen Menschen beziehungsweise ein Tier gebissen hat, nach dem GefahrhG S-H als gefährlich. Es kann diesen Fällen ein Leinen- oder Maulkorbzwang auferlegen und die Haltung von diesen Hunden ist erlaubnispflichtig. Von diesem Grundsatz kann jedoch abgewichen werden, wenn der Hund sich oder seinen Halter verteidigt hat. Hier sind stets die Umstände des Einzelfalls zu prüfen. Strafrechtlich muss sich der Halter unter Umständen wegen einer Körperverletzung oder Sachbeschädigung verantworten.

Es kommt hier darauf an, ob der Halter hier eine Sorgfaltspflicht verletzt hat oder den Hund sogar vorsätzlich zur Körperverletzung eingesetzt hat. Dabei stellt der Hund nach der Rechtssprechung generell eine Gefahrenquelle dar, die vom Halter beaufsichtigt werden muss. Eine Sachbeschädigung durch den Hund kann durch den Halter nur mit Vorsatz begangen werden. Im Zivilrecht geht es um Schadensersatz und Schmerzensgeld. Die zentrale Norm ist hier § 833 BGB. Hiernach haftet der Halter eines Tieres für alle Schäden, die von diesem verursacht werden grundsätzlich verschuldensunabhängig. Daher ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung sehr wichtig. Die Haftung kann nur in gewissen Ausnahmefällen entfallen.

Dies ist der Fall, wenn die Haftung ausgeschlossen wurde oder ein Mitverschulden des Verletzten vorliegt. Dabei muss der Verletzte die normale Sorgfalt außer Acht gelassen haben, die notwendig wäre um sich vor Schaden zu bewahren. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn jemand zwei sich beißende Hunde trennen will und dabei verletzt wird oder einen Hund unsachgemäß behandelt und dadurch einen Verteidigung des Hundes provoziert. Sie sollten, wenn Ihr Hund gebissen hat, zunächst Ruhe bewahren. Jede Situation ist ein Einzelfall. Nicht in jedem Fall trifft Sie daher die volle Haftung. Benachrichtigen Sie Ihre Tierhalterhaftpflicht und verständigen Sie sich mit dem Verletzten. So können Strafanzeigen oder Anzeigen bei den Ordnungsbehörden vermieden werden.

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