Diandan : Wenn der Bon per E-Mail kommt

Gift im Papier: Untersuchungen der Umweltorganisation Greenpeace kommen zu dem Ergebnis, dass das Thermodruckpapier von Kassenzetteln hin und wieder giftig ist. Foto: Picture Alliance
Gift im Papier: Untersuchungen der Umweltorganisation Greenpeace kommen zu dem Ergebnis, dass das Thermodruckpapier von Kassenzetteln hin und wieder giftig ist. Foto: Picture Alliance

Zwei Schleswig-Holsteiner arbeiten an einer schönen neuen Einkaufswelt: Sie wollen Schluss machen mit dem Zettel-Chaos der Kassenbons. Die Abrechnung soll per E-Mail kommen.

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17. Oktober 2012, 09:07 Uhr

Schwarzenbek | Einige vergessen sie in der Einkaufstüte. Andere sammeln sie in Schuhkartons, haben aber längst die Übersicht verloren. Dritte lassen sie im Auto liegen, wo sie durch das Sonnenlicht langsam verblassen. Die Rede ist von Kassenbons, die viele Verbraucher gerade dann nicht zur Hand haben, wenn sie sie benötigen. Abgesehen davon sollen einige der kleinen Zettel laut Untersuchungen der Umweltorganisation Greenpeace giftig sein.
Der Diplom-Informatiker Michael Bulla (31) aus Schwarzenbek und der staatlich geprüfte Betriebswirt Cord Gumpert (36) aus Glücksburg wollen all diese Probleme mit ihrer neu gegründeten Firma Diandan lösen. Sie haben ein System entwickelt, dass es Händlern ermöglicht, ihren Kunden den Bon per Mail nach Hause zu schicken - und auf Wunsch zusätzlich auf einer gesicherten Internetseite zu archivieren.
Mit Technik gegen das Zettelchaos
Daher auch der Name des Unternehmens: Diandan ist der chinesische Ausdruck für "elektronische Rechnung". Und so funktioniert die Idee des schleswig-holsteinischen Startups: Händler, die das System von Diandan nutzen möchten, müssen laut Aussage von Bulla lediglich ein kleines Softwareproramm auf ihrem Kassensystem installieren. Einzige Voraussetzung dafür: Das Kassensystem muss auf Windows basieren.
Will dann ein Kunde bezahlen, kann der Händler ihm anbieten, den Bon per Mail zuzuschicken. Willigt der Käufer ein, bekommt er zusätzlich eine E-Mail von Diandan, mit dem Angebot, dass seine Bons auch noch auf einer gesicherten Internetseite verwaltet werden können. Das geschieht nach Informationen des Unternehmens aber nur dann, wenn der Kunde ausdrücklich zustimmt. Dabei betonen Bulla und Gumpert, dass sie in keiner Form mit Kundendaten handeln. Und: Für die Verbraucher ist der ganze Service kostenlos.
Geschäftsleute sparen Kosten für Papier und Druck
Die Händler zahlen eine Lizenzgebühr. Aus Sicht der beiden Gründer bringt der elektronische Kassenbon auch ihnen viele Vorteile. Neben dem Service für die Verbraucher würden die Geschäftsleute unter anderem die Kosten für Papier und fürs Ausdrucken der Bons sparen und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Auch könnten sie auf den E-Bons Werbung für sich machen.
Diandan, dass zunächst den Markt in Hamburg und Schleswig-Holstein im Blick hat, konnte bereits erste Geschäftsleute in Flensburg und Husum für seine Idee gewinnen. Und die bisherigen Resonanzen seien positiv, heißt es seitens der Gründer.
Markt gewinnt an Bedeutung
Bulla und Gumpert kennen sich bereits aus Studienzeiten. Ihre Geschäftsidee entstand aufgrund eigener leidlicher Erfahrungen mit Rechnungen und Quittungen. Bisher betreiben die zwei ihr Start-up im Nebenerwerb, wollen - nachdem der Prototyp jetzt steht - aber einen Investor suchen, um dann richtig durchzustarten.
Es gibt auch andere Unternehmen, die Systeme entwickeln, um Händlern und Verbrauchern einen elektronischen Kassenbon zu ermöglichen. Dabei ist die Vorgehensweise jedoch sehr unterschiedlich. Die Firma Reposito mit Sitz in Karlsruhe oder die Ethalon GmbH mit Sitz in Hamburg haben beispielsweise Apps - also kleine Programme für Smartphones - entwickelt, mit Hilfe derer die Kunden ihre Kassenbons fotografieren und verwalten können.

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