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Existenzgründer : Wellness-Beraterin musste das Entspannen erst lernen

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Quality Spa - das ist das Projekt von Ute Rührig. Sie bietet BEratung im Wellness-Sektor an.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2008 | 04:07 Uhr

Selbst und ständig arbeiten - damit kennt Ute Rührig sich aus. Die 42 Jahre alte Existenzgründerin aus Flensburg will sich nicht unterordnen. Ihr Freiheitsbedürfnis ist stärker, als es ein Angestellten-Dasein hergibt. Genau aus diesem Grund hat sie ihr eigenes Unternehmen gegründet. Ute Rührig strotzt vor Selbstbewusstsein: "Ich habe mich schon während meines Architekturstudiums mit einigen Kommilitonen das erste Mal selbstständig gemacht. Eigentlich bin ich die geborene Existenzgründerin - kann mir gar nicht vorstellen, als Angestellte zu arbeiten!".
In Bayern geboren und aufgewachsen, hatte sie schon früh den Wunsch, in Deutschlands Norden zu wechseln. Vor rund zwei Jahren zog sie nach Husum, dann weiter nach Flensburg. Seit dem 1. Oktober hat sie ihr kleines Büro im Technologiezentrum, am Ende des Ganges, links. Über der Tür steht "Quality Spa". Das klingt irgendwie nach Wellness.
"Richtig. Ich biete dafür Konzepte, Beratung und Projektbegleitung an", erklärt die dynamische Unternehmensberaterin. Zu ihren Kunden gehören große Hotels, Ferienzentren, kleine Familien-Pensionen und Vermieter von Ferienwohnungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ute Rührig ist mit der Bäderkultur aufgewachsen. Es ist schon seit vielen Jahren Tradition in ihrer Familie, regelmäßig in Kur- und Bäderstädte zu reisen ("Schon meine Ur-Ur-Oma fuhr regelmäßig mit der Kutsche nach Ungarn, um sich zu regenerieren"). Als Kind, erzählt sie weiter, war sie mit ihren Eltern immer dabei und lernte frühzeitig zum Beispiel Sole- und Thermalbäder kennen.
Pool-Landschaften entworfen
Ute Rührig hat zunächst Architektur studiert, dann Pool-Landschaften entworfen. Damals musste sie immer im Auftrag der Bauherren planen, ihre eigenen Ideen blieben meist auf der Strecke. Jetzt ist das anders, jetzt entwickelt und betreut sie die Gesamt-Projekte ihrer Kunden. Anhand der Architektenzeichnungen bewertet sie die praktische Umsetzung und gibt Tipps, wo und wie man sparen könnte.
Ute Rührig hat Erfolg mit ihrem Unternehmenskonzept und tappt aber zunächst in eine typische Falle bei Existenzgründungen: Sie verliert den Überblick, E-Mails werden nicht mehr beantwortet, Post bleibt liegen, das Finanzamt meldet sich, Existenzangst macht sich breit. Wie soll es weitergehen? "Ich habe Tag und Nacht gearbeitet - wie ein Hamster im Laufrad. Ich konnte nicht mehr aufhören, bis ich fast zusammenbrach. Ich musste also dringend etwas ändern, schon allein im Interesse meiner siebenjährigen Tochter", schildert sie ihre berufliche Talfahrt.
Ein Berater, der die Dinge von außen und objektiv betrachten konnte, half ihr wieder auf die Beine. Der schlug vor, ein passendes Büro zu finden und vor allem, Arbeiten zu delegieren. Und genau dafür bietet das Technologiezentrum in Flensburg den passenden Rahmen.
Ein übersichtliches Büro mit Platz für zwei Schreibtische und Bücherregale für die vielen Fachbücher. Ihre Kunden kann Ute Rührig in den Seminarräumen empfangen, für Getränke und Gebäck wird gesorgt. Ihre Post bearbeitet das zentrale Sekretariat und auch das Telefon lässt sich hierhin umstellen. "Ich habe zwei Mitarbeiterinnen stundenweise eingestellt. Eine hilft mir bei der Buchhaltung, plant meine Reisen und erledigt Papierkram. Die andere unterstützt mich bei der Entwicklung meines Unternehmens, baut mit mir ein Netzwerk auf und schafft Kontakte." Mit dem Technologiezentrum im Rücken lässt sich die Arbeit besser organisieren, "und meine Mitarbeiter verschaffen mir Raum für Kreativität. So macht das selbst und ständige Arbeiten wieder Spaß!"

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