"Hells Angels" : Weiter Rätselraten um neuen Rocker-Club

Das neue "Hells Angels"-Charter "Coastland" (Küstenland) wird nicht in Schleswig-Holstein eröffnet. Das sagen Ermittler des Kieler Landeskriminalamts (LKA).

Avatar_shz von
03. April 2013, 10:55 Uhr

Kiel | "Uns liegen entsprechende Erkenntnisse vor", erklärte LKA-Sprecher Stefan Jung am Dienstag. Allerdings seien diese Erkenntnisse nicht zu 100 Prozent gesichert, betonte er.

Die Neugründung war vor wenigen Tagen publik geworden, und die "Hells Angels" bestätigten entsprechende Meldungen. "So isses", sagte ihr Sprecher Rudolf "Django" Triller. Wo genau "Coastland" beheimatet ist, wollte Triller allerdings nicht sagen: "Das hat nur schlimme Folgen." Offenbar wollen die "Höllenengel" verfeindeten Gruppen wie den "Bandidos" zunächst keine Angriffsfläche bieten.

Clubschließungen und Neugründungen als Strategie

Allerdings wählen die "Hells Angels" für ihre Charter stets Namen, die Rückschlüsse auf den Standort zulassen. So eröffneten die Rocker im Januar einen neuen Club im niedersächsischen Wilhelmshaven, den sie "Jadebay" tauften. Es gibt daher wenig Zweifel daran, dass "Coastland" in Küstennähe angesiedelt ist. Da die "Hells Angels" in Kiel und Flensburg durch das Innenministerium verboten worden sind, spekulierten Medien, die Neugründung müsse in Schleswig-Holstein liegen, um hier wieder präsent zu sein. Das hat das Landeskriminalamt nun zurückgewiesen.

Für die verbotenen Kieler und Flensburger "Hells Angels" wäre die Eröffnung eines neuen Clubs in Schleswig-Holstein auch mit einem nicht unerheblichen Risiko verbunden gewesen - denn die Verbotsverfügung umfasst das Weiterführen von Vereinsaktivitäten unter neuem Namen. Vermutlich wird "Coastland" auf den lukrativen Hamburger Markt zielen. Dort sind die "Hells Angels" zwar ebenfalls verboten, tragen aber offensiv Kutten und wagten mit dem mittlerweile wieder geschlossenen Club "Southport" den Schritt auf den Straßenstrich Süderstraße.

Clubschließungen und Neugründungen sind derzeit eine gern genutzte Strategie der Rocker. Um Verboten zuvorzukommen, lösen sie immer wieder Charter auf, darunter etwa den mächtigsten Club in Deutschland, Hannover. Später folgen dann Neugründungen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen