zur Navigation springen

Pro und Kontra : Weihnachtsmärkte nach Weihnachten: Oh ja! - Bitte nicht!

vom

Die meisten Weihnachtsmärkte schließen noch vor Heiligabend, einige nicht. Zwei Meinungen beim Punsch.

Pro:  Der Winter ist noch lang

Weihnachten fängt an Heiligabend an, nicht kurz nach Totensonntag. Die Weihnachtszeit dauert eigentlich auch mindestens bis zum 6. Januar. Das haben viele vergessen. Die Discounter verkaufen schon im Spätsommer Lebkuchen und Dominosteine, so dass einem passend zum ersten Advent so richtig schön schlecht ist. Im Oktober höre ich zum ersten Mal „Last Christmas“. Gleich nach Halloween verschwinden die Kürbisse aus den Schaufenstern und ziehen die Tannenbäume ein. „Fröhliche Weihnachten“, schreit es. „Hohoho!“ Und so. Sie wissen schon.

Und in jedem Jahr höre ich ab dem zweiten Advent immer wieder den Satz: „Ich bin noch gar nicht in Weihnachtsstimmung.“ Eine ernst gemeinte Frage: Wieso sollte man auch?

Geschenke kaufen, mit Freunden im Akkord an der Punschbude anstoßen - und bei der Arbeit müssen auch noch die letzten Projekte vorm Jahreswechsel und vorm Weihnachtsurlaub beendet werden. Der Advent bedeutet leider für die allermeisten Stress. Und dann sitzen spätestens am ersten Weihnachtstag alle vollkommen fertig im Wohnzimmer, wissen nichts mit sich, der freien Zeit und der verordneten Besinnlichkeit anzufangen - und fangen an zu streiten.

Die Lösung: weniger Weihnachten im Advent, mehr Weihnachtsmarkt in der Weihnachtszeit. Mit viel Freizeit, Familie, Freunden. Der Winter ist noch lang und dunkel genug, da können wir alle noch ein paar Maronen knabbern und am Punsch nippen. Frohe Weihnachten!

Barbara Maas

Kontra:  Nachfreude schmeckt schal

Was ist ein Weihnachtsmarkt? Auf dem Fischmarkt gibt es Fisch, auf dem Gemüsemarkt Gemüse. Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es kein Weihnachten zu kaufen, sondern Weihnachtsstimmung. Genauer gesagt: Vorweihnachtsstimmung. Der Weihnachtsmarkt ist dafür da, dass wir uns mit gut gefülltem Magen und etwas beschwipst an die dunkle Jahreszeit gewöhnen und auf das freuen können, was kommt.

Nun gibt es Menschen, die für dieses langsame Gewöhnen an Weihnachten länger brauchen. Denn dass es Weihnachtskekse und Printen schon im September zu kaufen gibt, liegt nicht an böswilligen Supermarktbesitzern, sondern an Kunden, die das nachfragen.

Das Schöne an der Vorfreude ist ja, dass sie in der Freude mündet: Erst Printen. Dann Punsch. Abschließend Pute. Schluss. So soll es sein. Nachfreude ist nicht schöner als Vorfreude. Nachfreude hat Nachgeschmack. Sie ist schal.  

Und wer sich am 26. Dezember noch nicht überfreut hat, sollte nicht auf den Nachweihnachtsmarkt gehen, sondern auf die Suche. Irgendwo, in einem Supermarktregal oder im Keller, findet sich bestimmt ein Schokohase. Frohe Ostern!

Joachim Dreykluft

zur Startseite

von
erstellt am 25.Dez.2015 | 11:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen