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Flensburg, Lübeck, Kiel : Weihnachtsmärkte eröffnen in SH - ohne konkrete Gefährdung

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Die Polizei ist präsent. Ob die Besucher so zahlreich kommen wie üblich, bleibt allerdings abzuwarten.

Lübeck/Kiel/Flensburg/Hamburg | Trotz der Terroranschläge von Paris haben am Montag viele Weihnachtsmärkte in Schleswig-Holstein und Hamburg eröffnet. Veranstalter und Polizei wollen den Gästen einen möglichst unbeschwerten Besuch auf den Märkten bieten - schwer bewaffnete Polizisten sollen nicht zwischen Glühweinbuden und Kunsthandwerksständen patrouillieren.

Es gebe keine allgemeine Anweisung, die Polizeipräsenz auf den Weihnachtsmärkten im Land zu erhöhen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montag. Hinweise auf konkrete Gefährdungen lägen nicht vor. Die abstrakte Gefährdungslage sei aber - wie bereits vor den Anschlägen von Paris - sehr hoch, ergänzte ein Sprecher des Landeskriminalamtes: „Wir sind sensibel und aufmerksam.“

In Kiel findet der Weihnachtsmarkt auf dem Holstenplatz statt.
In Kiel findet der Weihnachtsmarkt auf dem Holstenplatz statt. Foto: dpa
 

In Kiel will man sich die Weihnachtsstimmung nicht verderben lassen. „Wir haben alle zu Recht gesagt, wir lassen uns unsere Art des Lebens nicht verbieten“, sagte Stadtsprecherin Annette Wiese-Krukowska. Und dazu gehöre auch der Besuch der Weihnachtsmärkte, die am Montagnachmittag offiziell eröffnet wurden. Auch die Polizei in der Landeshauptstadt gibt sich entspannt. „Wir werden da sein, wie immer“, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten würden nicht „martialisch mit Maschinenpistolen oder ähnlichem“ patrouillieren.

Von Seiten der Stadt werde darauf geachtet werden, dass auch hinter den Buden Ordnung herrsche, damit dort „nichts untergejubelt werden kann“, sagte Sprecherin Wiese-Krukowska. Sie glaubt nicht, dass wegen der Terroranschläge in Paris weniger Menschen die Märkte in Kiel besuchen werden. Die offizielle Eröffnung war am Montagnachmittag.

In Flensburg wurden die Sicherheitsvorkehrungen ebenfalls nicht erhöht, wie der Geschäftsführer der Flensburger Fjord Tourismus GmbH, Gorm Casper, sagte. Sicherheitspersonal und Polizei sei wie üblich vor Ort, eine Veranlassung, die Kapazitäten aufzustocken gebe es nicht. Casper rechnet nicht damit, dass die Leute wegen eines mulmigen Gefühls zuhause bleiben. Er geht vielmehr von mehr Besuchern aus - auch weil der Markt mit dem skandinavischen Flair bei den Nachbarn in Dänemark immer bekannter und beliebter werde.

Der Weihnachtsmarkt in Lübeck.
Der Weihnachtsmarkt in Lübeck. Foto: dpa
 

In Lübeck machten die Weihnachtsmärkten ganz normal auf. Hinweise auf Anschläge bestünden nicht, sagte die Stadtsprecherin Doris Schütz. Die Veranstalter stünden im engen Kontakt zu der Polizei, die ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft habe, sagte Stadtsprecherin , ohne Details nennen zu können. Eine konkrete Anschlagsgefahr bestehe aber nicht, sagte Sprecherin. Ihr Wunsch sei, dass alle eine unbeschwerte und fröhliche Vorweihnachtszeit in der „Weihnachtsstadt des Nordens“ erleben können. „Wir hoffen natürlich, dass die Menschen nicht zuhause bleiben“, sagte Stadtsprecherin Doris Schütz. In der Regel besuchen bis zu zwei Millionen Gäste die insgesamt zehn Märkte in der Stadt. Die meisten Märkte machten Montagvormittag auf. Offizielle Eröffnung ist aber erst am Mittwoch mit einer Lichterprozession durch die Straßen der Altstadt.

 

Die offizielle Eröffnung des Hamburger Weihnachtsmarktes vor dem Rathaus wurde von Montag auf Dienstag verschoben. Allerdings nicht aus Angst vor Anschlägen, sondern „aus Respekt vor der Trauerfeier von Helmut Schmidt“, die am Montag stattfand. Die Buden auf dem Historischen Weihnachtsmarkt machten daher am Montagvormittag „still“ auf. Besondere Sicherheitsvorkehrungen soll es auf den Weihnachtsmärkten in der Hansestadt nicht geben. Es gebe die ganz normale Polizeipräsenz, sagte eine Polizeisprecherin. Auf den 16 Märkten im Stadtgebiet sollen Besucher, Schausteller, Gastronomen und Einzelhändler wie üblich die Vorweihnachtszeit genießen können.

Die meisten Weihnachtsmärkte in den großen Städten zwischen Nord- und Ostsee haben täglich bis zum 23. Dezember geöffnet, einige - wie der in Flensburg - schließen erst nach den Feiertagen. Daneben gibt es viele kleinere Märkte - etwa auf Gutshöfen - auf denen die Aussteller an den Adventswochenende ihre Waren anbieten.

shz.de zeigt eine Übersicht der schönsten Weihnachtsmärkte im Norden:

 

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erstellt am 23.Nov.2015 | 14:14 Uhr

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