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Cybercrime in SH : Weichert: „Täter nutzen Unwissenheit“

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Wie gefährlich ist Internet-Banking? Und worauf sollte man in sozialen Netzwerken achten? Datenschützer Thilo Weichert beantwortet fünf Fragen zur Internetkriminalität.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 11:45 Uhr

In welchen Bereichen ist man besonders gefährdet?
Es gibt kaum einen Bereich im Internet, der gefahrlos ist. Ausgenutzt werden und deshalb gefährlich sind Unwissenheit und Arglosigkeit. Internetkriminalität beginnt mit dem Einschleusen von Viren und Trojanern und darauf folgender Sabotage und vor allem Spionage auf dem Rechner, wird fortgesetzt durch den Missbrauch des eigenen Rechners für Botnetzangriffe (Netzwerke gekaperter Computer, die oft ohne das Wissen der Nutzer mit Schadsoftware infiziert wurden; Anm. d. Red.) und endet noch lange nicht beim Identitätsdiebstahl und der Plünderung zum Beispiel des Bankkontos, nachdem das Online-Banking-Konto übernommen wurde.

Was ist im Umgang mit sozialen Netzwerken oder Internet-Banking zu beachten?
Bei sozialen Netzwerken sollte auf die Datenschutzeinstellungen geachtet werden: Nur die Daten sollten freigegeben werden, die wirklich jede und jeder auf der Welt wissen können soll. Sinnvoll ist Datensparsamkeit. Wer nur mit näheren Freunden kommunizieren möchte, der sollte mit diesen Pseudonyme vereinbaren und sich unter diesen Nicknames austauschen. Auch beim Online-Banking gibt es leider keine zuverlässige Sicherheit. PINs und TANs müssen unbedingt vertraulich bleiben.

Was sollte man darüber hinaus beachten, wenn man online sicher sein will?
Ein dauernd aktualisierter Virenschutz ist heutzutage absolutes Muss. Wer nicht von Werbeanzeigen zugemüllt werden möchte, sollte Werbeblocker verwenden. Vertrauliche E-Mail-Kommunikation ist nur durch Verschlüsselung, zum Beispiel durch die Programme PGP oder GnuPG möglich. Beim Surfen lassen sich Spuren im Netz vermeiden, indem Anonymisierungsdienste wie etwa TOR oder JonDo genutzt werden. Statt Google gibt es spurenfreie Suchmaschinen wie zum Beispiel ixquick.com. US-Anbieter sollte man generell vermeiden, weil dort eine Hintertür für die US-Behörden offen steht.

Worauf sollten Eltern beim Surf-Verhalten ihrer Kinder achten?
Das Wichtigste ist, sich mit den eigenen Kindern auszutauschen, das heißt über das zu reden, was diese im Netz suchen und tun. Es gibt kinderfreundliche Angebote, auf die hingewiesen werden kann. Gemeinsame vorsichtige Netznutzung bringt allen Spaß und schafft bei den Kindern Vertrauen und Selbstbewusstsein.

Wie verhält man sich, wenn man Opfer beispielsweise von Mobbing im Internet oder von Identitätsdiebstahl wird?
Erfährt man von Übergriffen oder Identitätsdiebstahl, so sollten zunächst Beweise gesichert werden – zum Beispiel durch Kopien oder Ausdruck der Seiten. Dann sollte man im eigenen Umfeld Experten befragen, die den Angriff einschätzen können. Oft genügt es, die Verantwortlichen festzustellen und direkt anzusprechen. Je nach Missbrauch kann auch professionelle Hilfe nötig sein, etwa vom Verbraucherschutz, vom Datenschutz oder von der Polizei.

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