Hamburg : Wasser - ein teures Gut

Teure Ware: Ab 2009 sollen Trink- und Abwasser in Hamburg mehr kosten. Foto: dpa
Teure Ware: Ab 2009 sollen Trink- und Abwasser in Hamburg mehr kosten. Foto: dpa

Duschen, baden oder trinken - Wasser erfüllt täglich viele Aufgaben. Für die Hamburger allerdings könnte es im kommenden Jahr ein kostpieliges Gut werden.

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23. Mai 2008, 09:31 Uhr

Die Preise für Trinkwasser und Abwasser sollen in Hamburg im nächsten Jahr nach jahrelanger Stabilität wieder etwas steigen. Das geht aus dem am Donnerstag verbreiteten Geschäftsbericht von Hamburg Wasser hervor, dem gemeinsamen Konzern der Wasserwerke und der Stadtentwässerung. Danach sollen die Preise 2009 "moderat steigen", um anschliessend wieder drei Jahre stabil zu bleiben.
Geschäftsführer Michael Beckereit schwächte diese Aussage jedoch etwas ab: Eine Entscheidung über mögliche Gebührenerhöhungen werde der Aufsichtsrat im Herbst treffen. Bis dahin werde die Kosten- und Ertragsentwicklung im laufenden Jahr besser einzuschätzen sein. "Wir haben die Abwassergebühren seit zehn Jahren stabil gehalten. Das kann nicht ewig so weitergehen", sagte er. Auch die Wasserkosten seien innerhalb von zehn Jahren weit geringer gestiegen als die allgemeine Lebenshaltung. Diese Leistung habe Hamburg Wasser aus eigener Kraft erbracht und damit die Standortbedingungen der Hansestadt verbessert. Das Unternehmen müsse mit starken Kostensteigerungen vor allem bei Energie sowie Löhnen und Gehältern fertig werden.
2007 war wegen der vielen Niederschläge besonders verbrauchsschwach
Die Hamburger Wasserversorgung leidet auch darunter, dass die Bewohner der Hansestadt immer sparsamer mit Wasser umgehen und den Verbrauch reduzieren. Das vergangene Jahr war wegen der vielen Niederschläge im Sommer besonders verbrauchsschwach; der Wasserverkauf ging von 110 auf 107 Millionen Kubikmeter zurück. Die privaten Verbraucher (ohne Industrie und Gewerbe) gebrauchten täglich im Durchschnitt 107 Liter Wasser und damit deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt, wo es 125 Liter sind. Auch ohne Wettereinflüsse geht der Verbrauch seit Jahren zurück, was Beckereit unter anderem auf den Einbau von Wasserzählern in Mietwohnungen zurückführte.
Wegen des rückläufigen Wasserverbrauchs reduzierte sich auch der Umsatz von Hamburg Wasser von 462,5 auf 454,1 Millionen Euro. Die Wasserwerke erzielten einen Gewinn von 42,5 Millionen Euro, der in den Hamburger Haushalt fließt. Der Überschuss der Stadtentwässerung von 33,1 Millionen Euro bleibt dagegen im Unternehmen und wird für Sielerneuerung und Kläranlagen verwendet. Hamburg Wasser gehört der Stadt und beschäftigt rund 2450 Mitarbeiter.

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