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Kiel : Warum wurde die Leiche in der Gartenlaube übersehen?

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Eine Gartenlaube in Kiel brennt nieder, aber die Brandermittler übersehen eine Leiche in der Ruine. Wie konnte diese peinliche Panne passieren?

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 11:44 Uhr

Kiel | Die Kieler Polizei will die früheren Ermittlungen zu einer im Januar ausgebrannten Gartenlaube, in der erst jetzt eine verkohlte Leiche gefunden wurde, noch einmal akribisch unter die Lupe nehmen. "Der Fall wird genau überprüft, die Brandermittlung ist neu aufgenommen worden",
kündigte Kiels Behördenleiter Thomas Bauchrowitz am Montag nach "intensiven Gesprächen" mit der Leitung der Kriminalpolizei sowie dem Leiter des für Brände zuständigen Kommissariats an. "Geschehene Versäumnisse und deren Ursachen sollen nun schnellst möglich aufbereitet werden", teilte die Polizei weiter mit.
Die Leiche hatte mehrere Monate unter den Trümmern der Gartenlaube gelegen. Die neue Pächterin fand am vergangenen Sonnabend die sterblichen Überreste. Der Leichnam wurde am Montagnachmittag in Kiel im Rechtsmedizinischen Institut obduziert. Über das Ergebnis und damit auch die Identität des Toten verlautete noch nichts.

Brandbericht wird überprüft


Möglicherweise handelt es sich um den ehemaligen Besitzer der Laube.
Der Mann hatte laut Polizeisprecher Matthias Arends keinen festen Wohnsitz. Er soll in der Laube einen Kohleofen gehabt haben. Die Behördenleitung werde insbesondere den damaligen Brandbericht überprüfen, sagte Arends am Montag.
Die Akte sei mit dem Ergebnis "Brandursache unbekannt" geschlossen worden. Außerdem stehe die Frage im Mittelpunkt, warum die Leiche nach dem Feuer im Januar zunächst nicht entdeckt worden war. Der Leichnam sei als solcher kaum mehr erkennbar gewesen, es sei auch ein Bein abgetrennt gewesen, sagte Arends. Die Kripo gehe aber nicht von einer Gewalttat aus.
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