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Jahrbuch des Statistischen Bundesamtes : Wanderungssaldo: Hier wächst Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hohe Lebensqualität, ein boomendes Hamburger Umland: Das nördlichste Bundesland ist populär wie kaum ein anderes.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2015 | 10:11 Uhr

Kiel | Schleswig-Holstein ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern wird auch als fester Wohnort bei den Bürgern in Deutschland immer populärer. So sind im Jahr 2013 aus den anderen Bundesländern gut 7100 Menschen mehr her- als weggezogen. Größer war dieser sogenannte „Wanderungssaldo“ nur im wirtschaftsstarken Bayern und im angesagten Berlin.

In neun der sechzehn Länder war der Saldo dagegen negativ – besonders stark in Nordrhein-Westfalen mit minus 16.700. Das geht aus dem neuen Jahrbuch des Statistischen Bundesamts hervor, das am Mittwoch in Berlin vorgelegt wurde. Erfreulicher noch für Schleswig-Holstein: Laut den bisher unveröffentlichten Daten für 2014 ist der „Wanderungssaldo“ im nördlichsten Bundesland letztes Jahr noch weiter auf 8200 gestiegen. Damit überholt das Land sogar Bayern und Berlin. Nur Brandenburg als neuer Spitzenreiter liegt mit 8900 noch knapp vor Schleswig-Holstein.

Insgesamt sind im letzten Jahr 61.700 Menschen aus anderen Bundesländern nach Schleswig-Holstein gezogen, während nur 53.500 den umgekehrten Weg nahmen. Die Einwohnerzahl des Landes stieg nicht zuletzt deshalb um ein halbes Prozent auf 2,831 Millionen. Besonders groß war der Zuzug im Kreis Pinneberg, dessen Bevölkerung um ein Prozent zunahm. Halstenbek und Quickborn wuchsen laut Statistikamt Nord um zwei Prozent, Hasloh und Moorrege sogar noch stärker (siehe Grafik). Doch auch Orte an der Küste wie die nordfriesischen Gemeinden St. Peter-Ording und Risum-Lindholm oder Schönkirchen bei Kiel verzeichneten viele neue Bürger. Nicht ganz so stark wuchsen die vier kreisfreien Städte.

Über die Gründe für Schleswig-Holsteins steigende Anziehungskraft konnten Deutschlands amtliche Statistiker nur spekulieren. „Die Lebensqualität spielt sicher eine Rolle“, sagte die Chefautorin des Statistischen Jahrbuchs, Inka Willand. Auch dürfte sich der Speckgürtel rund um Hamburg positiv auswirken. Gleiches gilt für Brandenburg mit seinem Berliner Umland: Hier ziehen viele Menschen hin, die nahe der boomenden Hauptstadt wohnen wollen.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer freute sich über die neuen Daten. „Die Zahlen zeigen, dass wir im echten Norden viele Vorteile bieten“, sagte der SPD-Politiker. Auch Meyer führt die vielen Zuzüge vor allem auf das prosperierende Umland von Hamburg zurück: „Der Hamburger Rand mit der guten Infrastruktur, vielen Arbeitsplätzen und noch moderaten Immobilienpreisen ist sehr attraktiv“, sagte er. Doch auch Nord- und Ostsee sowie weitere reizvolle Landschaften würden anziehend wirken, meinte Meyer: „Es ist einfach schön, in Schleswig-Holstein zu leben.“ 

Die am stärksten gewachsenen Orte ab 3000 Einwohnern:

    Einwohner (31.12.2014) in Prozent
St. Peter-Ording (NF) 3933  5,10
Hasloh (PI) 3479  4,41
Moorrege (PI) 4160  3,43
Trittau (OD) 8628  3,05
Schönkirchen (PLÖ) 6450  2,38
Ellerau (SE) 6051  2,37
Klein Nordende (PI) 3203  2,14
Groß Grönau (RZ) 3648  2,10
Halstenbek (PI) 17085  2,09
Quickborn (PI) 20443  2,00
Schacht-Audorf (RD) 4655  1,97
Tangstedt (OD) 6441  1,87
Tornesch (PI) 12814  1,81
Risum-Lindholm (NF) 3693  1,74
Uetersen (PI) 17968  1,73
Ratzeburg (RZ) 14104  1,72
Schleswig (SL) 24035  1,69
Rellingen (PI) 13912  1,61
Schwarzenbek (RZ) 15523  1,60
Barsbüttel (OD) 12278  1,54
Gettorf (RD) 7242  1,53
Reinfeld (OD) 8878  1,44
Bad Segeberg (SE) 16971  1,43
Kölln-Reisiek (PI) 3115  1,43
Harrislee (SL) 11190  1,36
Bad Bramstedt (SE) 13759  1,35
Börnsen (RZ) 4439  1,32
Handewitt (SL) 10982  1,21
Holm (PI) 3149  1,19
Albersdorf (HEI) 3470  1,08
Geesthacht (RZ) 29676  1,07

 

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