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Gross Pampau : Walskelett erstmals in voller Größe zu sehen

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Vor rund einem Jahr wurde im Herzogtum Lauenburg ein Walskelett gefunden – rund elf Millionen Jahre alt. Nun wurden es zusammengesetzt.

Groß Pampau | Knapp ein Jahr nach dem ersten Knochenfund haben Fossiliensammler und Wissenschaftler am Sonnabend in Groß Pampau (Kreis Herzogtum Lauenburg) das Skelett eines rund elf Millionen Jahre alten Wals präsentiert. In monatelanger Arbeit hatten Freiwillige Wirbel, Rippen und Kieferknochen des rund 15 Meter langen Meeressäugers freigelegt und präpariert. Jetzt wurde das Skelett zusammengesetzt, um die Ausmaße des gigantischen Tieres zu verdeutlichen.

Der Hamburger Freizeit-Paläontologe Andreas Malchow hatte die ersten Skelettteile im Oktober 2013 in der Kiesgrube von Groß Pampau entdeckt. Die Grube gilt als größte Fundstätte fossiler Meeressäuger in Deutschland. „Vollständig ist das Skelett allerdings noch nicht. Es war ein sehr großes Tier, entsprechend groß ist der Streuungsbereich, in dem Knochen liegen können“, sagte Grabungsleiter Gerhard Höpfner.

Der pensionierte Berufsschullehrer hat mit mehreren Mitstreitern seit 30 Jahren immer wieder urzeitliche Wale und andere Fossilien in der Kiesgrube gefunden. Dafür überreichte ihm der Bürgermeister der 150-Einwohner-Gemeinde, Thomas Stich, am Sonnabend die Ehrenbürgerwürde von Groß Pampau. „Du hast es geschafft, unser Dorf weltweit bekannt zu machen“, sagte er. Die Suche nach fossilen Meeressäugern in der Kiesgrube rund sechs Kilometer östlich von Schwarzenbek geht weiter. „Wir haben hier bereits zehn Wale gefunden und hoffen auf weitere Funde“, sagte Malchow, der im Hauptberuf Architekt ist.

Wie die zuvor gefundenen Fossilien wird auch der 15-Meter-Wal, der zur Unterordnung der Bartenwale gehört, im Museum für Natur und Umwelt in Lübeck ausgestellt werden. Für die Bergung, Präparation und die wissenschaftliche Dokumentation des Fundes hat die Landesregierung 40.000 Euro zur Verfügung gestellt. „Angesichts unserer Haushaltslage ist leider nur eine einmalige Projektförderung möglich“, sagte die stellvertretende Landtagspräsidentin Marlies Fritzen (Grüne) am Sonnabend. „Es ist allerdings zu überlegen, wie man die Förderung der Paläontologie in Schleswig-Holstein institutionell absichern kann“, sagte sie.

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erstellt am 09.Aug.2014 | 12:57 Uhr

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