Feuerwehren : Wachen ausgebrannt - Alarm im Land

In dramatischen Szenen zeigt der Feuerwehr-Film die vielfältigen Aufgaben der Brandschützer.
In dramatischen Szenen zeigt der Feuerwehr-Film die vielfältigen Aufgaben der Brandschützer.

Schon lange schrillen die Alarmglocken bei den Freiwilligen Feuerwehren - sie sind personell ausgebrannt. Mit einer DVD werben die Brandschützer um neue Mitstreiter.

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29. Dezember 2007, 11:52 Uhr

Ein Wohnhaus brennt, die Einsatzleitstelle funkt die Ortsfeuerwehr an - doch nichts passiert. Niemand reagiert. Ein Horror-Szenario, das die Freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein befürchten. Im schlimmsten Fall. Damit es nicht so weit kommt, brauchen die Brandschützer mehr ehrenamtliche Helfer, die bei ihnen mitmachen.
"Dafür müssen wir massiv werben", sagt Holger Bauer, Landesjugendreferent des Feuerwehrverbandes in Kiel. Die Menschen werden älter, jüngere verbringen ihre Freizeit anders als noch vor 50 Jahren und Arbeitgeber fordern mehr zeitliche Flexibilität von ihren Mitarbeitern - "alles Gründe, weshalb die Feuerwehren mit neuen Werbemitteln auf das schönste Hobby der Welt hinweisen müssen", sagt Bauer. Und wie könnte man den Nachwuchs besser erreichen als durch Technik? Deshalb hat der Landesfeuerwehrverband eine interaktive DVD produzieren lassen. Nach einem zwölfminütigen Hauptfilm können sieben verschiedene Themenbausteine angesehen werden. Finanziert wurde die aufwändige Produktion vom Landesinnenministerium und den Sparkassen, produziert von Media Profiles in Rendsburg.
Filme gehen an alle Feuerwehren im Land

1408 Freiwillige Feuerwehren gibt es in Schleswig-Holstein. Seit 1994 sind 6000 Menschen ausgetreten. "Rund 50.000 Männer und Frauen bilden nun das Rückgrat der Gefahrenabwehr im Land", so Bauer. Das sind nicht genug. Deshalb sollen nicht nur alle Feuerwehren ab Februar eine DVD bekommen - auch an Schulen und Kindergärten sollen sie gezeigt werden. 2000 Stück werden zunächst produziert.
Auf der Filmpremiere in Kiel lobte Innenminister Ralf Stegner (SPD) die seit zwei Jahren laufende Image-Kampagne des Landesfeuerwehrverbandes. Darin zeigen die Wehren etwa auf "Mitmachtagen" ihr Können und animieren Außenstehende zum Mitmachen. "Ohne diese Aktionen sähe die Mitgliederbilanz sicher schlechter aus", sagte Stegner. Darüber hinaus kündigte der scheidende Innenminister an, dass das Land die Einnahmen aus der Feuerschutz-Steuer künftig wieder als Fördermittel freigeben will. So stehen den Kommunen rund eine Million Euro im Jahr für neue Anschaffungen zur Verfügung.

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