Gerhard Ulrich ist Bischof : Votum der Einigkeit in der Nordkirche

Erleichtert: Gerhard Ulrich und seine Frau Cornelia nach der Wahl. Foto:  dpa
Erleichtert: Gerhard Ulrich und seine Frau Cornelia nach der Wahl. Foto: dpa

Gerhard Ulrich wird mit überwältigender Mehrheit zum ersten Bischof gewählt. Im Lübecker Dom bedankte er sich mit brüchiger Stimme für ein "großartiges Ergebnis".

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22. Februar 2013, 09:56 Uhr

Lübeck | Donnernder Applaus brandete durch das gotische Kirchenschiff des Lübecker Doms. Und Gerhard Ulrich wirkte erleichtert, als er noch einmal vor die dort versammelten Synodalen trat. Mit brüchiger Stimme bedankte er sich für das "großartige, vertrauensvolle Ergebnis": Mit 144 von 153 abgegebenen Stimmen wurde er gestern zum ersten Landesbischof in der Geschichte der neuen Nordkirche gewählt.
Zuvor hatte der Bischof von Schleswig in seiner Vorstellungsrede noch einmal betont, worauf es ihm als Bischof ankommt: Er wolle für "eine selbstbewusste Kirche eintreten, die sich ihrer unverzichtbaren Bedeutung für das Leben und die Gestaltung dieser Welt bewusst ist". Natürlich spielen in der neuen Kirche die Unterschiede zwischen Ost und West weiter eine Rolle: Für Ulrich sind sie ein "Reichtum, der nicht überwunden, sondern mit dem gewuchert werden soll". Er wolle sich dafür einsetzen, dass die unterschiedlichen Kulturen in der neuen Nordkirche füreinander durchlässig werden. Eine der wesentlichen Herausforderungen der neuen Kirche sei der Prozess aus Abschied und Neuanfang, der derzeit überall zwischen List auf Sylt und Heringsdorf auf Usedom stattfindet.
Einen Gegenkandidaten hatte Ulrich nicht gehabt. Denn der bisherige Vorsitzende der vorläufigen Kirchenleitung gilt in der neuen Nordkirche als beliebt. So beliebt, dass der Vorsitzende des Wahlvorbereitungsausschusses, der Hamburger Jurist Hans-Peter Strenge, offen eingestehen konnte, dass man bei der Suche nach Kandidaten zuerst den vom Bischofsrat der Nordkirche vorgeschlagenen Gerhard Ulrich in den Blick nahm - und dann nach gar keinem weiteren Kandidaten suchte. "Selbst wenn sich einer gefunden hätte, hätte das eher den Charakter einer Alibi-Kandidatur gehabt", so Strenge. Was die Synodalen freilich nicht davon abhielt, nach der erfolgten Wahl ein bekanntes Kirchenlied zu singen: "Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist..."

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