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Warnung des Umweltministeriums : Vorsicht: Fledermäuse mit Tollwut

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

“Nach einer Verletzung durch eine Fledermaus sofort zum Arzt!“: In Schleswig-Holstein gab es bereits 16 Infektionsfälle. Panik sei aber nicht angebracht.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 04:25 Uhr

Fledermäuse sind äußerst schützenswerte Wesen – aber man sollte sie nicht anfassen. Normalerweise flattert ein gesundes Tier flink und lautlos durch die dunkle Nacht. Liegt es jedoch am Boden, ist es möglicherweise gefährlich krank: Tollwut! Davor warnt jetzt das Umweltministerium in Kiel. Hintergrund: Ein junger Mann im Norden wurde im Juli von einer Fledermaus verletzt. Er wollte sie seiner Hauskatze, die das Tier zuvor erbeutet hatte, wegnehmen. Der Mann wurde nachträglich geimpft, ist damit gerettet. Tatsächlich hatte die Fledermaus Tollwut, wie das Landeslabor dann feststellte.

Das Ministerium sagt: „Nach einer Verletzung durch eine Fledermaus oder einem Kontakt zu einem tollwutverdächtigen Tier immer sofort zum Arzt!“ Unbehandelt kann es zur Infektion kommen – und die führe bei Tieren und Menschen stets zum Tod.

Panik ist indes nicht angebracht. In Europa habe es seit 1977 erst fünf solcher Todesfälle gegeben, bestätigt Elke Reinking, Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit in Greifswald, und zwar in Russland, Schottland und in Finnland, wo ein Schweizer Wissenschaftler mehrmals gebissen wurde, sowie zwei in der Ukraine.

In Schleswig-Holstein sind bislang 16 Infektionsfälle bei Fledermäusen diagnostiziert worden. „Das ist angesichts der Anzahl der Tiere wenig“, sagt Ulrich Lensinger, Fledermaus-Experte beim Naturschutzbund. Nach seiner Kenntnis ist im Norden nur die Breitflügelfledermaus betroffen. 15 Arten gibt es in Schleswig-Holstein. Die streng geschützten Tiere – im Foto die Zwergfledermaus – sind sehr nützlich: Nacht für Nacht vertilgt jede einzelne Fledermaus Tausende Insekten.

> Info-Telefon Nabu-Fledermausschutz: 04551-963999

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