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Schlaglöcher und Risse : Von Flensburg bis Pinneberg: So marode sind die Straßen in SH

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Sanierungsfall Straßennetz: Kiel rechnet mit 40 Millionen Euro Kosten, Nordfriesland rief schon im Herbst um Hilfe.

Schnee, Tauwetter, Frost, Tauwetter, Frost: Dieser Kreislauf ist ein Todesurteil für Straßenasphalt. Die Winter und der Schwerlastverkehr haben die Straßen in Schleswig-Holstein vielerorts in bemitleidenswerten Zustand versetzt. Die Kreise und kreisfreien Städte unterscheiden zwar mitunter nach unterschiedlichen Kriterien, dennoch macht eine Stichproben-Umfrage klar: Der Sanierungsbedarf im Land hoch ist hoch.

Kiel etwa hat bislang nur einige Hauptverkehrsstraßen - sie machen 35 Prozent des Straßennetzes aus - besonders unter die Lupe genommen. Davon wurde ein Viertel (24 Prozent) als sanierungsbedürftig eingestuft. Die Sanierungs- oder Wiederherstellungskosten schätzt die Stadt auf 40 Millionen Euro. Beim noch nicht untersuchten übrigen Netz liege der Anteil sanierungsbedürftiger Straßen noch höher. Beziehe man dieses noch ein, komme man auf ein Kostenvolumen von 130 Millionen Euro. Für das Haushaltsjahr 2015 sind in Kiel 3,8 Millionen Euro zur Straßensanierung vorgesehen.

Ein regelrechter Hilferuf kam schon im Herbst vom Kreis Nordfriesland: Um die Kreisstraßen im äußersten Norden zu erhalten und auszubauen, seien jährlich zwölf Millionen Euro nötig. Oft habe aber nicht einmal eine Million Euro zur Verfügung gestanden, in letzter Zeit immerhin drei bis vier. Schwerverkehr und landwirtschaftliche Fahrzeuge „zermalmen Straßenkanten und Bankette“, heißt es aus der Kreisverwaltung in Husum. Einen notwendigen Neubau bekomme der Kreis vom Land aber nicht mehr finanziert.

Auch in Flensburg werden immerhin bis zu 25 Prozent der Straßen in einem Anfang Februar vorgestellten Straßenzustandsbericht als „mangelhaft bis ungenügend“ eingestuft, müssten also komplett neu hergestellt werden. Welcher Finanzbedarf daraus resultiere, stehe noch nicht fest, sagt Ralf Leese vom Technischen Betriebszentrum der Stadt. Seit dem schneereichen Winter 2009/10 würden im Jahr durchschnittlich 750.000 Euro für die Deckensanierung ausgegeben.

Von „Substanzverzehr“ spricht Ralf-Josef Schnittker, Fachdienstleiter Gebäudewirtschaft, Tiefbau und Grünflächen bei der Stadt Neumünster. Gravierender noch als Straßenschäden sei der Sanierungsbedarf im Kanalbereich. Bei einer nicht so gleichmäßig gewachsenen Stadt wie Neumünster „kommt fast alles gleichzeitig in die Jahre“. Es gebe Investitionsbedarf in allen Bereichen. Und Schnittker nennt noch eine andere Hürde: „Wir haben immer mehr Probleme, Fachleute zu finden, die die Maßnahmen begleiten können.“

Besser sieht es dagegen im Süden des Landes aus. Das für 2015 und 2016 beantragte Geld für Straßensanierung „haben wir auch bekommen“, sagt Angela Biermann, Leiterin des Teams Tiefbau im Kreis Pinneberg. „Es ist wichtig, dass man schnell und rechtzeitig was macht.“ Für eine grundhafte Sanierung seien sechs Millionen Euro für zwei Jahre veranschlagt. Für laufende Unterhaltungskosten stünden etwa 450.000 Euro pro Jahr zur Verfügung.

Im Kreis Segeberg werden etwa zwölf Prozent der Kreisstraßen als sanierungsbedürftig eingestuft. Für Instandhaltung und Sanierung stehen laut Kreisverwaltung 2015 etwa 2,3 Millionen Euro zur Verfügung, für weitere Investitionen etwa fünf Millionen.

Der Kreis Ostholstein vermeldet für die Hälfte aller Kreisstraßen einen Zustand von sehr gut bis befriedigend. Für Bauunterhaltung und Deckenerneuerung stünden jährlich 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. Eine ähnliche Summe werde für den Ausbau von Kreisstraßen und den Neubau von Radwegen bereitgestellt, wenn noch Zuschüsse hinzukommen.

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erstellt am 14.Feb.2015 | 10:42 Uhr

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