Mobilitätspunkte in Hamburg : Von der U-Bahn in den Leihwagen

Den ungehinderten Verkehrsfluss gibt es nur mit dieser Karte, vorgestellt von Hochbahn-Chef Günter Elste. Foto: dpa
Den ungehinderten Verkehrsfluss gibt es nur mit dieser Karte, vorgestellt von Hochbahn-Chef Günter Elste. Foto: dpa

Hamburg verknüpft Verkehrsmittel an neuen Mobilitätspunkten und erleichtert den Umstieg von der Bahn aufs Auto.

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17. April 2013, 11:25 Uhr

Hamburg | So soll die Mobilität der Zukunft in Großstädten funktionieren: In Hamburg können Nutzer von U- und S-Bahnen künftig an speziell gestalteten Bahnhöfen nahtlos in Leihwagen und auf Leihfahrräder wechseln. "Wir wollen noch mehr Menschen dazu bringen, auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten", sagte Hochbahn-Vorstandschef Günter Elste am Dienstag bei der Vorstellung des Switchh-Konzepts. Wer als Nicht-Auto-Besitzer doch einmal einen individuellen fahrbaren Untersatz brauche, soll sich diesen quasi direkt an den Bahnsteig bestellen können.

Am Berliner Tor lässt die Hochbahn derzeit den ersten der neuen Mobilitätspunkte bauen für Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln umbauen. Ab Ende Mai können Fahrgäste des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) dort in die Leih-Smarts von Car2go sowie in Mietwagen von Europcar umsteigen. Die Buchung der Fahrzeuge erfolgt vorab per Smartphone-App oder via Internet. Elste: "Wer kein Auto hat, kann auf diese Weise unkompliziert eines nutzen."

Leihfahrräder noch nicht in der App

In den Genuss des Angebots kommen allerdings keine Einzelfahrer, sondern nur HVV-Abonnenten. Zehn Euro pro Monat kostet sie die so genannte Switchh-Card (switch: englisch für wechseln, umschalten), über die sich die Leihwagen buchen und bezahlen lassen. Im Gegenzug erhalten die Nutzer Rabatte bei der Anmietung der Fahrzeuge. Bei Car2go gibt es 60 Freiminuten pro Monat sowie eine um zehn Euro ermäßigte Registrierungsgebühr. Europcar gewährt 20 Euro Rabatt auf jede Anmietung. "Der Zehn-Euro-Aufschlag wird sich schnell amortisieren", glaubt Elste.

Die beiden Anbieter sind zunächst exklusive Partner der Hochbahn während einer zweijährigen Pilotphase. Anschließend sollen auch andere Vermieter Zugang zu den Mobilitätspunkten erhalten. Umsteigen können ÖPNV-Fahrer an den Switchh-Stationen auch auf Leihfahrräder, deren Buchung allerdings noch nicht in die App integriert ist. Bereits jetzt können sich Mobilitäts-Hopper dagegen via Switchh ein Taxi an die Endstation ihrer Bahnfahrt bestellen. Nach dem Berliner Tor will die Hochbahn 14 weitere Stationen in allen größeren Stadtteilzentren umgestalten.

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