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Filmförderung FFHSH : Vom Reiterhof zum Gruselschloss: Filmland SH

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Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurück. shz.de stellt die schönsten Filme made in SH vor.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 15:36 Uhr

„Halbe Brüder“, „My Skinny Sister“ oder „Bibi & Tina“: Mit insgesamt 12,6 Millionen Euro hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) im vergangenen Jahr 220 Filmprojekte unterstützt. Der größte Anteil entfiel mit rund 10,4 Millionen Euro auf die Förderung von 79 Kino- und Fernsehfilmen.

„Der Regionaleffekt liegt bei über 200 Prozent, das heißt mehr als das Doppelte (rund 21 Millionen Euro) sind in Hamburg und Schleswig-Holstein unter anderem für Kreative und Fachkräfte sowie für Dienstleister vor Ort ausgegeben worden“, teilt die Filmförderung mit. 1587 Drehtage konnte Hamburg für sich verbuchen, 476 das Land zwischen Nord- und Ostsee. Die Förderung blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Schleswig-Holstein ist nicht nur für Projekte, die von der Filmförderung unterstützt werden, ein beliebter Drehort. Es hat sich bis nach Hollywood herumgesprochen, dass SH eine hervorragende Filmkulisse ist. shz.de stellt bekannte Filme made in Schleswig-Holstein vor.

Immenhof

Bekannt durch die Fernsehfilm-Reihe: Das Gut Immenhof.
Bekannt durch die Fernsehfilm-Reihe: Das Gut Immenhof. Foto: GLC Glücksburg Consulting AG
 

Dick, Dalli und viele Ponys: Wenn man an bekannte Filme aus Schleswig-Holstein denkt, denken viele zuerst an „Immenhof“. Drei Filme um die Geschichten der Kinder von dem Gestüt wurden von 1955 bis 1957 auf dem Gut Rothensande gedreht. Es folgten zwei Fortsetzungen, in denen von der alten Besetzung aber nur Heidi Brühl als erwachsene Dalli wieder mitspielte. Neben den meisten Darstellern änderte sich auch der Drehort. Statt Gut Rothensande dienten Hof Radlandsichten bei Timmdorf und Gut Kletkamp bei Malente als Kulisse. Wer von den Geschichten nicht genug bekommen Kann: Fans der Filme können sich im Immenhof-Museum in Malente über ihre Lieblingsfilme informieren.

 

Wer ist Hanna?

Hanna wird in der Wildnis von ihrem Vater zur Agentin ausgebildet.
Hanna wird in der Wildnis von ihrem Vater zur Agentin ausgebildet. Foto: imago/epd
 

Hollywood zu Gast in SH: 2011 wurde der Actionthriller mit Eric Bana und Cate Blanchett teilweise auf Fehrmarn und auf der vor Heiligenhafen liegenden Halbinsel Graswarder gedreht. Für den Dreh gab es strenge Regeln. Klaus Dürkop vom Nabu Heiligenhafen: „Es gibt bestimmte Auflagen, an die sich das Filmteam halten muss. Gedreht wird nur außerhalb des Naturschutzgebiets. Und der Filmtross darf mit nur einem Fahrzeug auf die Halbinsel."

Der Ghostwriter

„Wer ist Hanna“ ist nicht der einzige Hollywood-Film made in SH: Kultregisseur Roman Polanski wählte Sylt als Drehort für seinen Politthriller „Der Ghostwriter“. In dem Film soll ein Ghostwriter (Ewan McGregor) die Biografie des ehemaligen britischen Premierministers (Pierce Brosnan) verfassen. Dabei kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Die Nordseeinsel soll dabei Martha’s Vineyard darstellen. Für die US-Atmosphäre wurde amerikanische Schilder und Häuser aufgestellt und die „Sylt-Express-Fähre“ kurzerhand in „Bay Line Ferry“ umbenannt. Die Verfilmung nach einem Roman von Robert Harris kam nicht nur beim Publikum gut an. 2010 wurde der Streifen mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

 

Die Buddenbrooks

<dick>Die neuen Buddenbrooks </dick>- gespielt von Mark Waschke, Iris Berben, Armin Mueller-Stahl, Jessica Schwarz und August Diehl (von links).  Foto: st
Die neuen Buddenbrooks - gespielt von Mark Waschke, Iris Berben, Armin Mueller-Stahl, Jessica Schwarz und August Diehl (von links). Foto: st
 

Die Geschichte der Buddenbrooks gehört zu Lübeck wie das Marzipan. Wo anders also sollte der Roman von Thomas Mann verfilmt werden als in Lübeck. Das Marktreiben im Film etwa wurde zwischen dem Buddenbrook-Haus, eigentlich ein Museum, und der Marienkirche gedreht. Dafür musste das moderne Lübeck verschwinden: Schilder wurden abmontiert, Fahrradständer entfernt und ein Parkhaus mit Backsteinen kaschiert. Regisseur Heinrich Breloer wurde von einem Star-Ensemble unterstützt: Armin Müller-Stahl als Johann Buddenbrook, Iris Berben als seine Frau Betsy, August Diehl als Sohn Christian und Jessica Schwarz als Tochter Tony. Das zahlte sich aus. Die Verfilmung sahen 1,3 Millionen Zuschauer im Kino.

Full Metal Village

 „Wackeeeeeeen“: Dieser Schlachtruf ertönt nicht nur jedes Jahr in Wacken, sondern 2006 auch im Kino. Die Dokumentation zeigt, was im beschaulichen Örtchen passiert, wenn die Metal-Heads kommen und rocken. Folgendes Zitat ist unvergessen: „Es gibt ja wohl auch Leute in der Welt, die diese Musik mögen wohl nicht, ich weiß das nicht. Diese Metall-Musik.“

 

Der grüne Bogenschütze

Auch das „Grauen“ hat in Schleswig-Holstein einen Platz. Schauspieler Gert Fröbe vermochte die Zuschauer so richtig zu gruseln in Edgar Wallace’ „Der grüne Bogenschütze“ (1960).
Auch das „Grauen“ hat in Schleswig-Holstein einen Platz. Schauspieler Gert Fröbe vermochte die Zuschauer so richtig zu gruseln in Edgar Wallace’ „Der grüne Bogenschütze“ (1960).
 

Kaum zu glauben, aber die Edgar Wallace-Verfilmung „Der grüne Bogenschütze“ wurde auf Schloss Ahrensburg gedreht. Unter der Regie von „Stahlnetz“-Macher Jürgen Roland standen Klausjürgen Wussow, Karin Dor und der unvergleichliche Gert Fröbe vor der Kamera. Da di Handlung in England spielt, musste das Schloss umgetauft werden. Im Film hieß es Garre Castle. Der Marstall wurde kurzerhand zu Ladys Manor umbenannt. Kein einziger Darsteller reiste jedoch nach England für den Dreh. Die Szenen, die in der Themse-Stadt spielen, kamen alle aus dem Archiv. Übrigens entstanden die Wallace-Filme „Die toten Augen von London“ und „Die seltsame Gräfin“ ebenfalls auf dem Schloss.

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