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1200 Jahre Grenzgeschichte : Vom Neben- zum Miteinander

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"1200 Jahre deutsch-dänische Grenze": Diesem Jubiläum widmen Historiker aus der Bundesrepublik und dem Königreich ein neues Buch.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 09:28 Uhr

rendsburg | Auf 364 Seiten beleuchtet es die vielen Facetten von Schleswig-Holsteins Verhältnis zu seinem nördlichen Nachbarn über zwölf Jahrhunderte. Gestern hat der Neumünsteraner Wachholtz-Verlag den Band im Historischen Rendsburger Rathaus vorgestellt.
Nicht zufällig, denn an der Eider nimmt auch der Inhalt des Buches seinen Anfang. Der Fluss wird 811 erstmals in einer historischen Quelle als Grenze zwischen dem Fränkischen Reich Karls des Großen und dem im Entstehen befindlichen Dänemark genannt. Hintergrund war ein Friedensschluss zwischen beiden Machtbereichen. "Man muss es sich als eine Art Patt-Situation nach mehreren Scharmützeln vorstellen", erklärte Martin Krieger, Professor für Nordeuropäische Geschichte an der Kieler Christian-Albrechts-Universität und einer der drei Herausgeber. Die Karolinger hätten zu wenig Truppen im Norden gehabt, um dauerhaft in den heute dänischen Bereich vorzudringen, die Vorläufer der Dänen wiederum seien zu schwach gewesen, um die Karolinger vernichtend zu schlagen. Das Herausgeber-Trio vervollständigen Steen Bo Frandsen vom Institut für Grenzregionsforschung im dänischen Sonderburg und Frank Lubowitz, Leiter von Archiv und Forschungsstelle der deutschen Minderheit in Dänemark.
Insgesamt haben 21 Wissenschaftler aus beiden Ländern Kapitel beigesteuert. Es sind die Ergebnisse einer inter nationalen Fachtagung in Kiel im Grenz-Jubiläumsjahr 2011. Auch für ein breites Publikum sind die Beiträge gut lesbar. Laut Krieger stand "ein multiperspektivischer Blick im Vordergrund, keine reine Faktensammlung". Die Bandbreite reicht von natürlichen Grundlagen von Grenzen in Schleswig-Holstein über frühes Nationalbewusstsein und Fürstentreue bis zum Nationalitätenkonflikt des 19. und 20. Jahrhunderts. Die heutige grenzüberschreitende Zusammenarbeit bildet den Abschluss. Denn, so betonte es Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast: "Diese Grenze ist heute keine mehr - sie verbindet Menschen."

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