Dänemark : Viele Tote bei Badeunfällen sind Deutsche

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Bei Badeunfällen an Dänemarks Nordseeküste sind in diesem Sommer übermäßig viele deutsche Touristen ums Leben gekommen. Jetzt soll die Aufklärungsarbeit verstärkt werden.

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22. August 2008, 06:26 Uhr

Der Tod von fünf deutschen Bade-Urlaubern in der dänischen Nordsee hat die Behörden in Kopenhagen alarmiert. "Die Deutschen sind unverhältnismäßig stark bei solchen Unfällen betroffen, weil sie die Gefahren der Nordsee unterschätzen", sagte der Chef des staatlichen Rates für Badesicherheit, Michael B. Aller, am Donnerstag in Kopenhagen. Er kündigte für Anfang des kommenden Jahres eine Aufklärungskampagne in deutscher Sprache im Internet an.
In der zu Ende gehenden Sommersaison hat die dänische Polizei insgesamt 19 tödliche Badeunfälle vor den Küsten registriert. "Dass ein Viertel der Betroffenen Deutsche sind, ist eindeutig zu viel", sagte Aller. Zuletzt war Anfang August ein ein 47 Jahre alter Mann aus Mecklenburg-Vorpommern ertrunken, als er seine ins offene Meer treibenden Kinder retten wollte. Beide Kinder wurden von einem Freund des Vaters in Sicherheit gebracht.
"Wird man von einer Strömung mitgerissen, soll man ihr folgen"
Aller sagte, es gebe viel zu viele Urlauber, die sich mit Luftmatratzen oder Badetieren in tiefes Nordsee-Wasser wagten. Viele der Deutschen wüssten wohl nicht, dass man hier niemals allein baden und nicht vom Strand wegschwimmen dürfe. "Wird man von einer Strömung mitgerissen, soll man ihr folgen und nicht dagegen ankämpfen", sagte der Däne weiter.
Aller schloss sich der in dänischen Medien auch in diesem Sommer vorgebrachten Kritik an, dass es an den Stränden generell zu wenig Lebensretter gibt. "Das stimmt, die sind zu weit verstreut", meinte Aller.
Trotzdem aber habe sich durch Aufklärungsarbeit die Gesamtzahl der tödlichen Badeunfälle seit 1982 von damals 77 auf jetzt ein Drittel reduziert: "Diesen Weg müssen wir in deutscher Sprache auch gegenüber den Deutschen gehen". Nach einheimischen Urlaubern stellt Deutschland die mit Abstand größte Besuchergruppe an Dänemarks Nordseeküste.

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