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Verkehrsstatistik SH : Viele Motorradfahrer sterben im Verkehr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Deutlich mehr Menschen kommen im ersten Halbjahr bei Unfällen ums Leben. Die Zahlen in Schleswig-Holstein liegen über dem Bundesschnitt.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2014 | 19:20 Uhr

Flensburg | Nach dem historischen Tiefstand von 2013 steigt die Zahl der Verkehrstoten wieder. Auf Deutschlands Straßen sind im ersten Halbjahr dieses Jahres 1576 Menschen ums Leben gekommen, 9,5 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, berichtete gestern das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Noch höher fiel die Zunahme bei den Verletzten aus: Ihre Zahl stieg um 10,6 Prozent auf rund 185 600.

Der Anstieg der tödlichen Verkehrsunfälle fiel in Schleswig-Holstein sogar noch höher aus als im Bundesschnitt. Insgesamt verloren von Januar bis Juni 51 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Das waren sieben mehr als im Vorjahresvergleich – ein Plus von 14 Prozent. Auch die Zahl der Verletzten stieg um 6,4 Prozent auf 7391 Menschen an.

Im vergangenen Jahr waren im gesamten Bundesgebiet 3339 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen – das war nach Auskunft des Statistikamts der niedrigste Stand seit den 50er Jahren. Die meisten Verkehrstoten gab es 1970 mit 21 332. Damals wurde rein rechnerisch Jahr für Jahr einen Kleinstadt wie Eckernförde beerdigt. Seit Anfang der 80er Jahre ging die Zahl – bis auf die drei Jahre nach der Wende – kontinuierlich zurück.

Die Statistiker in Wiesbaden sehen beim aktuellen Anstieg der tödlichen Unfälle einen Zusammenhang mit dem Wetter. Darauf deute eine Analyse der Unfallzahlen in den ersten fünf Monaten hin, sagte die Statistikerin Ingeborg Vorndran unserer Zeitung: Von Januar bis Mai stieg die Zahl der tödlich verunglückten Motorrad- und Fahrradfahrer im Vergleich zum Vorjahr um 39,7 Prozent beziehungsweise 37,1 Prozent auf zusammen 149. „Der Winter war sehr milde und wegen des schönen Wetters im März und April hat die Zweiradsaison früher begonnen als sonst und das hat auch zu mehr Unfällen geführt“, so ihre Vermutung.

Ein Blick in die Polizeimeldungen des nördlichsten Bundeslandes bestätigt diese Beobachtung. Nachdem es im Februar und März bereits etliche Zweiradunfälle mit schwersten Verletzungsfolgen gegeben hatte, starb im April ein 52-jähriger Motorradfahrer im Kreis Stormarn noch an der Unfallstelle. Im Mai kam bei einem schweren Motorradunfall auf der B199 ein 47-Jähriger ums Leben und die Vatertagstour auf einer schweren Harley-Davidson endete für einen 37 Jährigen auf der Kreisstraße 34 bei Wasbek (Rendsburg) tödlich. „In der Tat hatten wir in diesem Jahr den ersten Motorradunfall mit tödlichen Ausgang deutlich früher als in den Vorjahren“, erklärte Lothar Gahrmann, Pressesprecher des Landespolizeiamtes, in Kiel. Dabei hatte die Zahl der tödlich verunglückten Zweiradfahrer im Jahr 2013 gerade erst abgenommen. Und zwar um 14,3 Prozent und damit um genauso viel wie sie jetzt wieder zulegte.

Nach Angaben von Inge Vorndran sind nach wie vor die Landstraßen besonders gefahrenträchtig. Von den 1226 Menschen, die in den ersten fünf Monaten tödlich verunglückten, starb mehr als die Hälfte (732) auf Landstraßen außerhalb von geschlossenen Ortschaften.

Schleswig-Holstein liegt mit einem Plus von 14 Prozent bei denVerkehrstoten zwar über dem Bundesschnitt, die Zunahme ist jedoch in Mecklenburg-Vorpommern (plus 48,3) und Thüringen (plus 31,3) deutlich höher. Gemessen an der Einwohnerzahl war das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, in Brandenburg mit 31 Todesopfern  je eine  Million Einwohner am größten. In Schleswig Holstein liegt die Zahl bei 18 auf eine Millionen Nordlichter. Weit unter dem Bundesdurchschnitt (20) liegen wegen ihrer Siedlungsstruktur nach wie vor die Stadtstaaten Berlin und Hamburg (jeweils 7).

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