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Günther Zumpe aus Owschlag : Video: Seit 72 Jahren Autofahrer

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Günther Zumpe aus Owschlag fühlt sich immer noch sicher am Steuer. Abgeben will der 89-Jährige seinen Führerschein nicht. Er hat andere Pläne damit. Mehr im Video.

Owschlag | Theoretische Prüfung? Nein, Günther Zumpe schüttelt den Kopf. Der damals 17-Jährige musste keine Fragebögen beantworten, um seinen  Führerschein zu bekommen. „Ich bin mit dem Fahrlehrer einmal ums Karree gefahren“, erinnert sich der gebürtige Emdener. In einem Opel, der hinten keine Stoßdämpfer hatte. Auch eine Bremse für den Fahrlehrer gab es nicht.  Und für den Lkw-Führerschein steuerte Zumpe sogar einen Bus mit Passagieren. Das war im Februar vor 72 Jahren. Seitdem hat Günther Zumpe am Lenker vieler verschiedener Fabrikate gesessen. 

Autos sind ein fester Bestandteil im Leben des 89-Jährigen, der heute mit seiner Frau in Owschlag (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wohnt. „Mein Vater war Kfz-Meister mit eigenem Betrieb in Emden“, erzählt er und erinnert sich: „Ich saß mit zwölf Jahren zum ersten Mal am Steuer.“ Schließlich war der Verkehr zu jenen Zeiten überschaubar.

Später lernte Zumpe Autoschlosser, war zwei Jahre Soldat, absolvierte eine Ausbildung zum KfZ-Ingenieur, handelte eine Zeit lang mit Goggomobilen und arbeitete schließlich als selbstständiger Kfz-Sachverständiger. In der Garage steht nach wie vor ein Wagen. Seit zehn Jahren ist es ein Toyata Corolla, mit dem die Zumpes sehr zufrieden und regelmäßig unterwegs sind.

Meist unternehmen sie kürzere Touren, in die nähere Umgebung, nach Schleswig, Rendsburg oder Kiel. Aber auch bis ins niedersächsische Wildeshausen zu den Kindern fahren Günther und Claudine Zumpe mit dem Wagen. „Ich bin kribbelig, wenn ich mich ins Auto setze und total entspannt, wenn ich wieder aussteige“, sagt die 78-Jährige. Auch sie verfügt über reichlich Fahrpraxis und wird von der Verkehrswacht ausgezeichnet – für 50 Jahre vorbildliches Fahrverhalten. Über die heutige Verkehrssituation beschwert sie sich nicht – „wenn ich nicht gerade im Stau stehe“.

Claudine Zumpe ist Schleswig-Holsteinerin. Während ihrer ersten Ehe fuhr sie mit einem Hänger und zwei Pferden quer durch Hamburg. „Das war, bevor der Elbtunnel gebaut wurde.“ Und sie erinnert sich noch genau: „Mein schönstes Auto war ein Karmann Ghia.“ Ihr Mann schüttelt dagegen den Kopf – nein, einen Lieblingswagen habe er nicht gehabt. Aber sein erster Wagen war ein DKW Stahlcarosserie Coupé. Er hatte ihn verlassen auf einem Feld gefunden und fahrtüchtig gemacht.

Danach ging’s Schlag auf Schlag: Audi, Peugeot, Mitsubishi, Toyota, Mercedes – viele verschiedene Marken ist Günther Zumpe gefahren. Kleinere Unfälle hätte es durchaus gegeben, erklärt er. Aber er trug nie die Schuld daran – und das ist das Kriterium für die Auszeichnung von der Verkehrswacht.

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erstellt am 31.Mär.2015 | 09:25 Uhr

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