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Prozess in Lübeck : Versuchte Geiselnahme im Gefängnis – Häftling vor Gericht

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Bei einem Gottesdienst soll er eine Beamtin gepackt und festgehalten haben. In Lübeck hat der Prozess gegen den 48-Jährigen begonnen.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2013 | 11:41 Uhr

Lübeck | Seit sechs Jahren befindet sich ein Mann in der Justizvollzugsanstalt Lübeck schon in Sicherungsverwahrung – jetzt muss er sich wieder vor Gericht verantworten. Anfang Dezember 2012 soll der 48-Jährige versucht haben, während eines Gottesdienstes eine Beamtin als Geisel zu nehmen. Die Justizvollzugsbeamtin schloss ihm für einen Toilettengang die Türen auf – dabei griff der Sexualstraftäter die Frau an. Diese setzte sich zur Wehr, biss dem Gefangenen in die Hand und schrie um Hilfe. Mitgefangene und Angestellte der JVA überwältigten den Täter schließlich. Verletzt wurde die Frau bei dem Übergriff nicht, sie kam aber vorsorglich in ein Krankenhaus.

Vor Gericht sagte die 34-Jährige, sie habe nach dem Vorfall monatelang nicht arbeiten können und leide noch heute darunter. Im Prozess tritt sie als Nebenklägerin auf. Der Angeklagte wollte sich am Donnerstag weder zur Sache noch zu seiner Person äußern.

Zehn Minuten nach Beginn des Gottesdienstes habe der Angeklagte den Andachtsraum verlassen, sagte die 34-Jährige im Zeugenstand. Im Vorraum gab er ihr mit Gesten zu verstehen, dass er auf die Toilette müsse, so dass sie ihm die WC-Tür aufschloss. Ihr erster Hilferuf sei in der Orgelmusik im Andachtsraum untergegangen. Doch nach dem zweiten Schrei seien andere Gefangene und der Pastor in den Vorraum gestürmt, so dass der Angreifer von ihr abgelassen habe, schilderte die Zeugin.

Der Angeklagte saß seit 2001 im Lübecker Gefängnis. Er habe offenbar auf Frauen in Uniform gestanden, deshalb habe es eine Anweisung gegeben, dass er nicht mit Frauen allein in einem Raum sein durfte, sagte die Zeugin. Der Prozess wird fortgesetzt.

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