Gastwirt Claus-Otto Menden : Verschwunden von der Insel Föhr

Die Tür stand offen, der Fernseher lief - aber Gastwirt Claus-Otto Menden war verschwunden.  Foto: Polizei
Die Tür stand offen, der Fernseher lief - aber Gastwirt Claus-Otto Menden war verschwunden. Foto: Polizei

Die Polizei muss einen mysteriösen Fall auf Föhr aufklären: Seit dem Heiligen Abend fehlt von einem Wyker Gastwirt jede Spur. Seine Wohnung ist intakt, das Auto noch da.

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01. Januar 2011, 05:59 Uhr

Föhr | Wo ist Claus-Otto Menden? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Schwester und engste Freunde des bekannten Wyker Gastwirtes, sondern seit gestern Mittag auch die Kriminalpolizei Niebüll. Menden ist Besitzer der über die Grenzen der Insel hinaus bekannten Kult-Seefahrerkneipe "Glaube - Liebe - Hoffnung" in der Hauptstadt der Nordsee- Insel Föhr. Das Verschwinden des 57-jährigen Insulaners ist mysteriös.
Zuletzt wurde Menden von Stammgästen am 23. Dezember gesehen. Wie an jedem Donnerstag traf sich unter anderem eine Tennisrunde auf ein paar Bier. "Es war ein ganz normaler Abend", bestätigt einer der Sportler. Ein weiterer Freund meint, Menden am Heiligabend tagsüber noch aus der Ferne gesehen zu haben. Dass Mendens Gaststätte dann Heiligabend geschlossen war, beunruhigte zunächst niemanden, war dies doch im "Glaube - Liebe - Hoffnung" üblich. Die erste Ungereimtheit war dann, dass Claus-Otto Menden am 1. Weihnachtsfeiertag eine Verabredung mit Freund Peter P. nicht eingehalten hat - ganz untypisch für den passionierten Golfer und Wassersportler.
Als wäre Menden "mal kurz Zigaretten holen gegangen"
Auch blieb die Gaststätte am 25. und 26. Dezember dunkel, was in den Jahren zuvor nie vorgekommen war. Mysteriös wurde es dann in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember. Peter P., inzwischen höchst beunruhigt, fand die Privatwohnung über der Gaststätte offen vor, der Fernsehapparat lief, als wäre Menden "mal kurz Zigaretten holen" gegangen. Zudem war auch die Gaststättentür nicht verschlossen und auch sein Auto stand vor der Garage.
Die daraufhin alarmierte Wyker Polizei nahm sofort die Ermittlungen auf, die bislang ins Leere führten. Hinweise erhielten die Beamten weder auf seinem Segelschiff noch durch Gespräche mit den engsten Freunden oder der Schwester. Am nächsten Tag suchte auch die Wasserschutzpolizei. Anzeichen, dass Menden sich mit Todesabsichten herumtrug oder aber die Insel verlassen wollte, hatte im Gäste- und Freundeskreis niemand ausgemacht. "Claus-Otto hatte noch Pläne", ist sich einer seiner besten Kollegen sicher.
Das Verschwinden ist Inselthema Nummer eins
Überhaupt kann sich auf Föhr, wo eigentlich "jeder jeden kennt", niemand vorstellen, dass der als korrekte und penibel geltende Gastwirt seine Wohnung und das Lokal so hinterlassen würde. Die Gerüchteküche auf der Nordsee-Insel und im sonst so beschaulichen Wyk brodelt. Schlimmste Befürchtungen wurden geäußert, inzwischen gehen viele Insulaner von einer seelischen Verzweiflungstat aus - materielle Gründe, so die einhellige Meinung, seien auszuschließen. Und sollte Menden nicht freiwillig aus dem Leben geschieden oder Opfer eines Unfalls geworden sein, so bliebe nur die Möglichkeit eines Verbrechens. Längst ist das dubiose Verschwinden Mendens das Inselthema Nummer eins.
Gestern dann wurde die Kriminalpolizei in Niebüll eingeschaltet. "Wir ermitteln auf Hochtouren", erklärte die zuständige Kommissarin Sabrina Salomon. Nicht nur sie fragt, wer hat Claus-Otto Menden nach dem 23. Dezember noch gesehen? Wer kann Angaben über den Aufenthaltsort des 57-jährigen Gastwirtes machen? Hinweise nimmt die Wyker Polizeistation unter Telefon 04681/580470 oder dem Notruf 110 entgegen. Auch Kommissarin Salomon ist auf das Schlimmste gefasst: "Alles ist möglich, wir können derzeit nichts ausschließen."

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