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Sondersendung im ZDF am 29. Juni : Vermisste Familie aus Drage erneut bei „Aktenzeichen XY“

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Familienvater Marco Schulze wurde tot aus der Elbe geborgen. Seine Tochter und seine Frau bleiben spurlos verschwunden.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2016 | 12:03 Uhr

Geesthacht | Wo sind Sylvia und Miriam Schulze geblieben? Diese Frage beschäftigt Anwohner aus der Gemeinde Drage und die Polizei seit fast einem Jahr, nachdem im Juli 2015 Familienvater Marco Schulze (41) tot aus der Elbe bei Lauenburg geborgen worden war. Bis heute fehlt von Mutter (43) und Tochter (12) jede Spur. Die Eheleute hatten in Geesthacht gearbeitet, sie bei einem Discounter, er in einem Chemiewerk. Am 22. Juli wurden Miriam und Sylvia Schulze zuletzt lebend gesehen, am 23. Juli morgens gegen 7.30 Uhr sahen Zeugen Marco Schulze noch.

In der Hoffnung auf neue Hinweise aus der Bevölkerung setzt die Polizei jetzt noch einmal auf die ZDF-Reihe „Aktenzeichen XY...ungelöst“. Am 29. Juni wird es eine Sondersendung über vermisste Kinder geben, in der auch der Fall der Familie Schulze noch einmal aufgerollt wird. Schon im Spätsommer 2015 hatte die Sendung über den Fall berichtet. Es gab damals zwar Hinweise, doch keine Ergebnisse.

Sylvia und Miriam Schulze werden noch immer vermisst.
Sylvia und Miriam Schulze werden noch immer vermisst. Foto: Polizeiinspektion Harburg
 

„Wir erhoffen uns von dem Beitrag im ZDF neue Hinweise aus der Bevölkerung“, erklärte Johannes Voskors, der Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Harburg, auf Anfrage. Auch nach so langer Zeit könnte durchaus noch etwas bekannt werden, das Ansätze für neue Ermittlungen gibt. Die ehemals 25 Mann starke Sonderkommission ist längst aufgelöst, ihr ehemaliger Leiter Michael Düker arbeitet auch nur noch sporadisch an dem Fall. Wie im November, als nach Hinweisen auf Verwesungsgeruch am Elbufer bei Tesperhude nach möglichen Leichen gesucht wurde. Erfolglos, der Fall bleibt mysteriös.

Schon kurz nach dem Fund der Leiche von Marco Schulze waren sich die Ermittler sicher, dass er sich das Leben genommen hatte, indem er von der Lauenburger Elbbrücke sprang. Dazu soll er sich selbst einen schweren Betonklotz von einer Baustellenabsicherung auf der Brücke um den Körper gewickelt haben und damit über das Geländer in die Tiefe gesprungen sein. Dennoch trieb die Leiche nach einer Woche auf und wurde an der Elbuferpromenade aus dem Wasser gefischt. Damals trug Schulze Bauhandschuhe, die nicht richtig auf den Fingern saßen. Dass kam zwar selbst der Polizei merkwürdig vor, doch leitete man keine Fremdeinwirkung ab.

Die Theorie der Ermittler: Marco Schulze hat Frau und Tochter wohl am 22. Juli ermordet und sich dann selbst das Leben genommen.

Zuletzt hatte ein Interview mit einer erwachsenen Tochter von Miriam Schulze für Aufsehen gesorgt. Die hatte darin gemutmaßt, ihr Stiefvater könnte sich an seinem Arbeitsplatz Chemikalien besorgt haben, um die beiden Leichen aufzulösen und sie so zu beseitigen. Voskors: „Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Mann an seiner Arbeitsstelle Chemikalien besorgt und damit Frau und Tochter aufgelöst haben könnte.“ Außerdem sei es schwierig, einen Menschen rückstandslos zu beseitigen, heißt es.

So bleibt es ein Rätsel, wo die vermuteten Leichen von Miriam und Sylvia Schulze sein könnten. Düker geht davon aus, dass man die irgendwann finden werde – aber eher durch Zufall als durch neue Ermittlungen. An Mutmaßungen, die Frau könnte sich mit ihrer Tochter ins Ausland abgesetzt und jemand den Mann ermordet haben, glaubt Düker derweil nicht.

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