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Neue Elbfähren : Verkehrsminister eröffnen Fährverbindung Cuxhaven-Brunsbüttel

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„Grete“ und „Anne-Marie“ heißen die neuen Elbfähren. Am Mittwoch ist Schiffstaufe, bevor ab Donnerstag nach 14 Jahren Flaute die reguläre Route aufgenommen wird.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2015 | 07:42 Uhr

Cuxhaven/Brunsbüttel | 14 Jahre lang herrschte Flaute auf der Elbe zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel – am Mittwoch wird der Elbverbindung wieder Leben eingehaucht. Mit zwei Schiffstaufen und einem großen Festakt wird am Mittwochvormittag der Start der neuen Fährverbindung Cuxhaven-Brunsbüttel gefeiert. Die ersten regulären Fährfahrten sind am Donnerstag jeweils um 5 Uhr morgens von Cuxhaven und von Brunsbüttel vorgesehen.

Künftig werden im Eineinhalb-Stunden-Takt mit zwei Schiffen Lastwagen, Autos und Passagiere über die Elbe befördern. Die Fahrtdauer für die rund 25 Kilometer lange Strecke beträgt etwa 70 Minuten. Die 2010 und 2011 in Norwegen gebauten Fährschiffe haben Platz für 600 Passagiere sowie 160 Pkw beziehungsweise 52 Pkw und 16 Lastzüge. Ab 2017 ist der Einsatz eines dritten Schiffs geplant. An Bord und an Land entstehen rund 45 neue Arbeitsplätze.


Schleswig-Holstein und Niedersachsen erwarten von der neuen Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel positive Impulse für Wirtschaft und Tourismus. Außerdem könne die Verbindung auch durch Gütertransporte einen Beitrag leisten zur Entlastung der durch den A7-Ausbau besonders angespannten Verkehrssituation im Norden, betonten der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer und sein niedersächsischer Amtskollege Olaf Lies (beide SPD) zum feierlichen Start der Fährverbindung.

In Anwesenheit der beiden Politiker wurde zunächst die Fähre in „Grete“ in Cuxhaven getauft, die Taufe einer zweiten Fähre, „Anne-Marie“, stand am Mittag auf der anderen Elbseite in Brunsbüttel auf dem Programm.

Zu einem Festakt in der Hapag Halle in Cuxhaven am Mittwochnachmittag war auch der frühere estnische Staatspräsident Arnold Rüütel eingeladen. Betreiber der Fährverbindung ist die Reederei Elb-Link mit Sitz in Cuxhaven. Sie gehört einem estnischem Unternehmen.

Gute Stimmung an Bord: Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Reinhard Meyer und sein niedersächsischer Amtskollege Olaf Lies.
Gute Stimmung an Bord: Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Reinhard Meyer und sein niedersächsischer Amtskollege Olaf Lies. Foto: dpa

Die Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen halten aber auch nach der Einweihung der neuen Fährverbindung den weiteren Ausbau der Küstenautobahn A 20 mit geplanter Elbquerung für unverzichtbar. Die Bundesregierung solle das Projekt mit Nachdruck vorantreiben und im neuen Bundesverkehrswegeplan mit der höchsten Priorität versehen, forderten Meyer und Lies.

Die A20 habe „eine überragende Bedeutung, die weit über die Grenzen der beiden Bundesländer hinausreicht“, betonten beide Minister in ihrer gemeinsamen Stellungnahme. „Die A20 hat eine europäische Dimension. Sie dient als Verbindung zwischen dem Baltikum und dem skandinavischen Raum, Norddeutschland sowie dem westlichen Europa. Gleichzeitig wird die A20 für die Hinterlandanbindung unserer Seehäfen benötigt. Sie hilft damit der sehr exportorientierten Wirtschaft in ganz Deutschland.“

Auch der Stellvertretende Vorsitzende und verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Christopher Vogt, fordert nachdrücklich eine Beschleunigung des Planungsverfahrens von der Bundesregierung. Laut der FDP-Landtagsfraktion genüge die Fährverbindung nicht, um Hamburg als Verkehrknotenpunkt zu entlasten und die Region Unterelbe und die Westküste besser anzubinden, die A20 mit Elbüberquerung werde dringend benötigt und dürfe nicht von der grünen Regierungspartei blockiert werden.

Die Minister Lies und Meyer versicherten, beide Länder trieben die Planungen für die Küstenautobahn engagiert voran und fordern den Bund auf, eine tragfähige Lösung für die Finanzierung zu finden. Allein für den Bau der Elbüberquerung werden Kosten von 1,1 Milliarden Euro veranschlagt. Lies geht inzwischen davon aus, dass bei positiver Entscheidung des Bundes bereits 2017 mit dem Bau der ersten Abschnitte der A20 begonnen werden könnten.

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