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Hells Angels gegen Bandidos : Verfeindete Rocker standen sich gegenüber

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Am Mittwoch musste die Polizei 50 Mitglieder der rivalisierenden Rocker- Gangs Hells Angels und Bandidos auseinander halten.

Neumünster | Das Machtgerangel zwischen rivalisierenden Motorrad-Gangs geht weiter. Am Mittwochabend stießen plötzlich rund 25 Mitglieder der Neumünsteraner Red Devils, die mit den Hells Angels sympathisieren, und eine ähnliche Anzahl Chicanos, die die Bandidos unterstützen, in der Innenstadt aufeinander.

Die Sache kam offenbar auch für die Polizei recht überraschend - und möglicherweise ist es nur einer aufmerksamen Passantin zu verdanken, dass die Einsatzkräfte rechtzeitig vor Ort eintreffen konnten und das Zusammentreffen nicht eskalierte.
Treffen bei den Highway Swans

Nach Auskunft von Polizeisprecher Sönke Hinrichs meldete sich gegen 19.40 Uhr eine Frau aus der Gutenbergstraße. Dort haben die Red Devils vor wenigen Wochen das Clubhaus des Motorradclubs Highway Swans bezogen und zu ihrem Quartier gemacht. Ein auffälliges Emblem am Eingang zeigt deutlich, wer hier jetzt das Sagen hat.

Als sich am Mittwoch kurz nach 19 Uhr immer mehr Rocker mit ihren schweren Maschinen auf dem Vorplatz des Domizils an der Gutenbergstraße versammelten, wurde es der Anwohnerin unheimlich. Sie rief die Polizei. Wenig später waren die Beamten vor Ort. Zusätzlich wurden weitere Kräfte zusammengezogen.
Pulk Richtung Innenstadt

Vor dem Clubhaus trafen die Ermittler auf rund 25 Red-Devils-Mitglieder. "Die Kollegen haben nachgeschaut. Doch es war alles ruhig", so Hinrichs. Dann stiegen die Rocker jedoch auf ihre Motorräder und fuhren im Pulk Richtung Innenstadt. Ihr Ziel war der Großflecken.

Als sie gegen 20.30 Uhr auf der Kieler Brücke von ihren Maschinen abstiegen, wurde die Lage ernster. Denn plötzlich tauchte eine ähnlich große Gruppe der verfeindeten Chicanos auf. Mittlerweile war die Polizei jedoch mit rund 70 Beamten vor Ort. "Es gab eine klare Ansprache an die Chefs beider Gruppen", erklärt Sönke Hinrichs. Darin betonte die Polizei, dass sie bei jeglichen Vorkommnissen konsequent durchgreifen werde - eine Strategie, die die Einsatzkräfte seit Monaten in dem schwelenden Rockerkrieg anwenden.
Messer, Baseballschläger, Teleskopschlagstock und Pfefferspray

An diesem Abend blieb daraufhin alles friedlich. Doch diverse Waffen, die die Beamten einigen Rockern an der Kieler Brücke abnahmen, sprechen eine andere Sprache. Messer, Baseballschläger, Teleskopschlagstock und Pfefferspray wurden eingesammelt.

Gegen 21 Uhr schwangen sich die Red Devils wieder auf ihre Maschinen und fuhren zurück zum Clubhaus beziehungsweise Richtung Autobahn. Wenig später machten sich auch die Kontrahenten wieder auf den Weg. Beide Gruppen wurden von der Polizei begleitet. Bis Mitternacht blieben die Beamten aus Sicherheitsgründen noch in der Innenstadt.

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erstellt am 16.Aug.2009 | 02:47 Uhr

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