zur Navigation springen

Streiks : Verdi wollte Kanaltunnel Rendsburg lahmlegen

vom

Die Rader Hochbrücke ist für Lkw unpassierbar - ab Mittwoch kommender Woche sollte ursprünglich auch der Tunnel in Rendsburg dicht sein. Doch der Protest war wohl zu groß.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 02:25 Uhr

Rendsburg | Die Verkehrslage rund um die A7 und besonders im Raum Rendsburg drohte sich weiter zuzuspitzen. Nachdem die Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bereits für Lastwagen gesperrt und für Autos nur einspurig befahrbar ist, drohte nun auch die nächst gelegene Ausweichstrecke vorübergehend auszufallen. Denn die Gewerkschaft Verdi kündigte im Zuge ihres Arbeitskampfes wegen der Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) am Montag an, den Rendsburger Kanaltunnel kommende Woche lahmzulegen.
"Ab nächstem Mittwoch rufen wir die Leitstelle des Kanaltunnels zum Streik auf", sagte Verdi-Nord-Fachbereichsleiter Jochen Penke gegenüber shz.de am Montagnachmittag. "Dann darf kein Auto mehr durch den Tunnel fahren." Nur für Not-Transporte könne eine Sonderregelung getroffen werden. Drei Tage soll der Ausstand dauern. Dass der Straßenverkehr in der Region damit erheblich gestört wird, ist Penke bewusst. "Das nehmen wir in Kauf", sagte er. Auf einer Versammlung am Dienstag entschieden Verdi-Mitglieder dann aber, diesen Bereich wegen der angespannten Verkehrslage vom Streik auszunehmen.

Auch Schleusen und Fähren werden bestreikt

Für den Rendsburger Tunnel ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau zuständig, das ab nächster Woche ebenfalls bestreikt wird. Die Kanalschleusen in Holtenau sind dann betroffen, ebenso die Fähren im Abschnitt bis Rendsburg - mit Ausnahme der Verbindung in Landwehr, die privat betrieben wird.
Schon ab Mittwoch will Verdi nach Penkes Angaben "für drei bis fünf Tage" an den Schleusen in Brunsbüttel in den Ausstand treten. Der Schifffahrt drohen dann starke Behinderungen. Auch die Kanalfähren im westlichen Teil des Kanals könnten dann ausfallen, soweit sie nicht in Hand von privaten Betreibern sind. Das ist der Fall in Brunsbüttel, Burg und Kudensee. Penke sagte, er rechne damit, dass sich an dem Arbeitskampf insgesamt rund 600 der gut 2000 Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung im Norden beteiligen werden.

Verdi fürchtet um den Wegfall von 3000 Stellen

Mit dem Streik will Verdi einen Tarifvertrag für den laufenden Umbau der WSV durchsetzen. Der Vertrag soll die Beschäftigten rechtsverbindlich vor Kündigungen und Zwangsversetzungen schützen. "Aber statt eines verhandlungsfähigen Angebots für einen Tarifvertrag gibt es von der Bundesregierung bisher nur unverbindliche Zusagen", kritisierte Penke. Bundesweit werden nach seinen Befürchtungen 3000 der insgesamt 12.000 Stellen der WSV-Reform zum Opfer fallen.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hält einen Tarifvertrag dagegen für überflüssig, da er ohnehin schon eine Garantie gegeben hat, dass es nicht zu betriebsbedingten Entlassungen und Zwangsumzügen kommen werde. Diese Garantie sei "wirksamer Bestandteil der Arbeitsverträge".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen