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Tornados, Starkregen, Sturmböen : Unwetterschäden: Provinzial will Preise für Gebäudeversicherungen anheben

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Die Schäden nach lokal auftretenden Wetterkapriolen gehen in die Millionen. Das hat Konsequenzen für die gesamte Branche.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2016 | 08:48 Uhr

Kiel/Münster | Starkregen, Gewitter, Sturmböen – die Wetterkapriolen der vergangenen Tage schlagen bei der Provinzial Nordwest voraussichtlich mit 25 Millionen Euro zu Buche. Diese Zahlen nannte Wolfgang Breuer, Chef des bundesweit zweitgrößten öffentlichen Versicherers am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Münster. Der Konzern gehört zu je 40 Prozent dem Sparkassenverband Westfalen-Lippe und dem kommunalen Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Kleinere Anteilseigner sind zudem die Sparkassen in Ostdeutschland und Schleswig-Holstein. Anders als in den Vorjahren wird das Konzernergebnis nicht mehr parallel in Kiel bekannt gegeben.

Tornados in Hamburg und Schleswig-Holstein sorgten in den vergangenen Tagen für großes Aufsehen. In Süddeutschland richteten schwere Hochwasser große Schäden an.

Breuer sieht die Herausforderung weniger in der finanziellen Dimension als in den mit den Starkregen verbundenen neuen Schadensbildern. Darauf werde man sich einstellen müssen, sagte er und schloss Preissteigerungen in der Wohngebäudeversicherung nicht aus. Wenn lokale, heftige Wetterereignisse in kurzer Zeit viele Schäden anrichteten, habe das Folgen für die gesamte Branche. 

Der Provinzial-Konzern verbuchte 2015 einen Gewinn-Rückgang um 18 Prozent auf 83,2 Millionen Euro. Als Grund dafür nennt der Vorstand Rückstellungen für Lebensversicherungen über 44,4 Millionen Euro als Sondereffekt. An die Eigentümer der Provinzial Nordwest werde für 2015 mit 40 Millionen Euro deutlich weniger Dividende ausgeschüttet als im Vorjahr (70,2 Millionen Euro).

Zufrieden zeigte sich Breuer mit dem Neugeschäft: „Ob in den Agenturen, in den Sparkassen oder im Maklergeschäft: Wir haben unsere Vertriebskraft auf die Straße gebracht und ein sehr erfolgreiches Neugeschäft erzielt.“ Im wichtigen Segment der Schaden- und Unfallversicherung konnte es um 8,3 Prozent gesteigert werden. Über alle Sparten hinweg hat die Provinzial mehr als 9,6 Millionen Verträge im Bestand.

Trotz der anhaltend schwierigen Kapitalmarktsituation konnte für die Kapitalanlagen (rund 23 Milliarden Euro) eine Nettoverzinsung von 4,6 Prozent erzielt werden.   

Ein aktuelles Thema sei die Versicherung von Flüchtlingsunterkünften. Der Provinzial NordWest Konzern habe konzernweit 1205 Unterkünfte unter Vertrag, so Breuer. Auch bei der Provinzial Nord Brandkasse AG entwickelte sich das Neugeschäft erfreulich. Unruhiger als in Westfalen gestaltete sich im Norden jedoch die Schadensituation. Insbesondere mehrere Sturmereignisse in der ersten Jahreshälfte verursachten einen Anstieg der Bruttoschadenaufwendungen um 5,3 Prozent. 

Auch das Geschäft der Hamburger Feuerkasse ist laut Breuer „von einer außergewöhnlich hohen Schadenbelastung durch Sturm- und Großschäden geprägt“. Erfreulich: Wie in jedem Jahr seit 2011 wurde die Provinzial NordWest Lebensversicherung AG auch Ende 2015 von der Ratingagentur Fitch mit dem Finanzstärkerating AA- ausgezeichnet. Sie zählt damit zu den am besten bewerteten Lebensversicherern Deutschlands. Das Vertrauen der Kunden spiegelt sich in einer niedrigen Stornoquote wider. Sie verringerte sich auf 3,8 (4,2) Prozent und lag damit unter dem Marktdurchschnitt von 4,3 Prozent. Der Verwaltungskostensatz lag mit 1,5 (1,6) Prozent ebenfalls auf einem niedrigen Niveau.

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