Blitze und Starkregen : Unwetter zieht über SH

Von Regenmassen eingedrückt: Das Unwetter zerstörte das Dach eines Supermarktes in Brunsbüttel. Foto: Nico Mahnert
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Von Regenmassen eingedrückt: Das Unwetter zerstörte das Dach eines Supermarktes in Brunsbüttel. Foto: Nico Mahnert

Gewitter, Starkregen, Sturm - starkes Unwetter tobt über Schleswig-Holstein. Mehrfach schlugen Blitze ein. In Brunsbüttel stürzte das Dach eines Supermarktes ein.

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20. Juni 2013, 12:15 Uhr

Heftige Gewitter haben im Norden und an der Westküste Schleswig-Holsteins zu zahlreichen Bränden und Chaos geführt. Handynetze fielen zeitweise aus. In Ausacker bei Flensburg schlug ein Blitz in ein Reetdachhaus ein, das Feuer vernichtete das Einfamilienhaus, die Bewohner konnten sich retten. Durch den Blitzeinschlag waren die Elektrozäune einer angrenzenden Koppel ausgefallen, mehrere Rinder liefen davon, Polizisten trieben sie zurück. Im nordfriesischen Hauke-Haien-Koog waren nach einem Gewitter gelagerte Strohballen in Brand geraten. In Satrup (Kreis Schleswig-Flensburg) ist ein Pferd vom Blitz erschlagen worden.
Am schlimmsten tobte das Unwetter über Nordfriesland und Dithmarschen. In Brunsbüttel standen Straßen unter Wasser. Das Dach eines Supermarktes in der Koogstraße ist eingestürzt. Anwohner berichten von Hagelkörnern in der Größe von Tischtennisbällen.
An Bahnübergängen zwischen Niebüll und Sylt sind Blitze eingeschlagen. Beim Zugverkehr kommt es daher zu Verspätungen. Auch Häuser wurden getroffen: Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Jahren wurde das reetgedeckte Wohnhaus auf der Tychswardt nach einem Blitzschlag ein Raub der Flammen. Nach grober Schätzung muss mit einem Sachschaden von 200.000 Euro gerechnet werden. Die Bewohnerin des Hauses und ihre drei Kinder kamen nicht zu Schaden.

Landunter in Niebüll

Zu einem weiteren Brand kam es in Risum-Lindholm im Straßenzug Spalönj (Ortsteil Maasbüll). Aus noch ungeklärter Ursache brannte es im Spitzboden des Hauses. Personen kamen nicht zu Schaden. Es entstand beachtlicher Sach- und Wasserschaden.
Unterdessen hatten Niebüller Feuerwehrleute infolge des Starkregens zwei Stunden lang alle Hände voll mit Lenzarbeiten zu tun. Wasser war in die Gebäude wie die FPS-Mensa, die Schwimmhalle sowie mehrere andere Gebäude geflossen. Land unter hieß es zeitweilig auch in der Böhme- und Marktstraße sowie in der Brandkuhle.

Warnung vor Sturm und Hagel

Das Tief, das das Unwetter im Gepäck hat, zieht sehr langsam von Frankreich nach Jütland. In der Nacht besteht im gesamten Gebiet Unwettergefahr durch kräftige Gewitter mit heftigem Starkregen zwischen 25 und 40 Liter pro Quadratmeter binnen kurzer Zeit, schweren Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde (10 Beaufort) und größerem Hagel von 2 bis 5 Zentimeter. Nach kurzer Beruhigung besteht am Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag erneut Unwettergefahr durch heftige Gewitter.

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