Nach heftigen Gewittern : Unwetter auch in den nächsten Tagen möglich

Die Flensburger Kanalisation war schon bald den Regenmassen nicht mehr gewachsen. Foto: Dewanger
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Die Flensburger Kanalisation war schon bald den Regenmassen nicht mehr gewachsen. Foto: Dewanger

Straßen unter Wasser, umgeknickte Bäume - auch in den nächsten Tagen ist mit Regengüssen, Gewittern und stürmischen Winden zu rechnen.

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10. August 2008, 05:43 Uhr

"Selbst wenn sich das Wetter am Samstag und Sonntag zumindest in der Südosthälfte wieder sommerlich präsentiert, die nächsten Tiefausläufer mit Schauern, Gewittern und nur gemäßigter Atlantikluft liegen draußen auf dem Atlantik schon bereit", sagte Andreas Wagner von der meteomedia-Unwetterzentrale am Freitag. Am Donnerstagabend waren Blitz und Donner über Teile Deutschlands hinweggezogen. Verantwortlich für die Wetterlage war das Nordseetief "Christine".
In der Nähe von Rotenburg (Niedersachsen) knickte ein Tornado mehrere Bäume um. Auch Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und der Südwesten waren betroffen. In der Nacht zum Freitag beruhigte sich die Wetterlage in Deutschland wieder.
Die Rettungskräfte fuhren mehr als 1400 Einsätze
Die schweren Unwetter am Donnerstag richteten im Norden vermutlich einen Millionenschaden an. Bei den Versicherungen gingen am Freitag hunderte Meldungen über beschädigte Autos, Wasserschäden oder abgedeckte Dächer ein. Die Rettungskräfte fuhren mehr als 1400 Einsätze. Schwere Verletzungen erlitt ein Landwirt in Todendorf (Schleswig-Holstein), als er von einem Blitz getroffen wurde. In Husum gingen dicke Hagelkörner nieder. Im Hamburger Hafen riss sich unter anderem ein Containerschiff los und trieb in Richtung des Museumshafens Övelgönne. Auf der Außenalster kenterten mehrere Boote. Alle Segler konnten gerettet werden. Nachdem ein Blitz in eine Leitung des Kraftwerks im dänischen Apenrade eingeschlagen war, legte ein eineinhalbstündiger Stromausfall ganz Flensburg lahm.
In Niedersachsen kam der Bahnverkehr am Abend auf mehreren Strecken zum Erliegen, seit Freitag rollen die Züge aber wieder planmäßig. Die von umgeknickten Bäumen blockierten Gleise seien wieder frei und beschädigte Oberleitungen repariert, teilte die Deutsche Bahn in Hannover mit. Verletzt wurde niemand. Zwischen Bremen und Hamburg wurde ein Zug von einem Baum getroffen. Die Strecke wurde für mehr als sieben Stunden gesperrt, betroffen war auch die Linie Hannover-Bremen.
Züge verspäteten sich bis zu 90 Minuten
In Nordrhein-Westfalen war der Verkehr nach Unwettern ebenfalls teilweise lahmgelegt. Betroffen waren vor allem das Rheinland und Ostwestfalen. Die Bahnstrecke zwischen Köln und Bonn musste zwei Stunden lang gesperrt werden, weil Blitze in Signalanlagen eingeschlagen oder Äste auf Oberleitungen gefallen waren. Dadurch verspäteten sich nach Angaben eines Bahnsprechers noch bis in die Nacht hinein zahlreiche Züge um bis zu 90 Minuten.
In Köln stürzte eine Frau aus dem Fenster, als sie ihre Topfpflanzen vor dem angekündigten Sturm in Sicherheit bringen wollte. Die 31-Jährige wurde schwer verletzt. In Düsseldorf verlor ein junger Fahranfänger nach heftigem Regen die Kontrolle über sein Auto: Sein 18 Jahre alter Beifahrer wurde aus dem Sportwagen geschleudert und tödlich verletzt, teilte die Polizei am Freitag mit. Der gleichaltrige Jugendliche am Steuer erlitt ebenso wie ein weiterer Autofahrer (42) schwere Verletzungen.
Über dem westlichen Bodensee und Teilen Oberschwabens richtete das Unwetter beträchtliche Schäden an. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand. In Konstanz stürzten am Donnerstagabend Bäume und Bauzäune um, als ein Gewitter über die Stadt fegte. Straßen wurden überflutet, Autos von herabfallenden Äste beschädigt. In der Innenstadt krachte eine sieben Tonnen schwere Kastanie auf ein Haus. Die Bewohner konnten ihre Wohnungen zeitweise nicht verlassen. In Oberbayern überflutete starker Regen am Donnerstagabend mehr als 50 Keller. Der Sturm entwurzelte zahlreiche Bäume.

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