Giftgas-Flaschen : Untersuchung in Lübecker Bucht hat begonnen

Was enthalten die Flaschen auf dem Ostsee-Grund? Taucher in der Lübecker Bucht wollen es herausfinden. Sie haben begonnen, 15 Metallbehälter vor Grömitz zu untersuchen.

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14. April 2008, 04:31 Uhr

In der Lübecker Bucht hat die Untersuchung von Behältern mit vermutlich brisanten Inhalt begonnen. Die Lübecker Firma Umwelt-Technik-Metallrecycling (UTM) werde an zwei Stellen vor Neustadt-Pelzerhaken (Kreis Ostholstein) jeweils einen der dort georteten Behälter bergen und auf seinen Inhalt untersuchen, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, Wolfgang Steinborn. Das Umwelt- und das Innenministerium Schleswig-Holsteins vermuten, dass es sich um Kampfmittelreste handelt, die 1961 in der Lübecker Bucht versenkt wurden.
"Wir werden jeweils einen Behälter öffnen, um seinen Inhalt zu untersuchen. Das kann auch unter Wasser in einem speziellen Druckbehälter geschehen", sagte Steinborn. Nach Abschluss der Untersuchungen müsse das Innenministerium entscheiden, ob die Bergung aller Flaschen ausgeschrieben werde. Die beiden Untersuchungsstellen liegen nach Angaben Steinborns ungefähr eine halbe Seemeile (926 Meter) auseinander. Dort waren 2001 vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie 15 Behälter mit unbekanntem Inhalt geortet worden. Möglicherweise handelt es sich dabei um die Flaschen, die vor 47 Jahren einige Seemeilen weiter südöstlich ins Meer gekippt worden waren und durch die Strömung abgetrieben wurden.
Umweltverbände hatte Anfang 2008 die Bergung gefordert, nachdem der Koblenzer Umweltbiologe Stefan Nehring auf die Verklappung im Jahr 1961 hingewiesen hatte. Damals waren 15 Metallflaschen mit Kampfmittelresten, darunter auch das hochgiftige Phosgen vor Lübeck-Travemünde versenkt worden. Eine Suche an der angegebenen Versenkungsstelle war jedoch ergebnislos verlaufen.

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