Rechnungshof : Uni ärgert sich über Rechnungsprüfer

Nachdem sich der Rechnungshof zunächst mit seinen Äußerungen zur Finanzierung des Universitätsklinikums unbeliebt gemacht hat, sorgt er jetzt erneut für Aufregung.

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14. Oktober 2011, 10:46 Uhr

Kiel | Sein Vorschlag: Das Land solle sich bei der Hochschulfinanzierung angesichts leerer Kassen auf die Lehre konzentrieren und die Forschung nach hinten stellen. Die Rechnungsprüfer zielen mit dieser Empfehlung weit über das Ziel hinaus, erklärte Wissenschafts-Staatssekretärin Cordelia Andreßen am Mittwoch in Kiel. Gerade die universitäre Ausbildung erfordere die enge Verbindung von Forschung und Lehre. Forschung sei ein wichtiger Wettbewerbs- und Fortschrittsfaktor für jedes Land. Die Forderung der Behörde nach Zurückhaltung bei der Exzellenzinitiative - hier geht es um Bundesmittel für Spitzenforschung - bezeichnete Andreßen als geradezu absurd: "Mit der Initiative werden wissenschaftliche Aktivposten wie Meeresforschung, Lebens- oder Materialwissenschaften mit erheblichen Bundesmitteln gestärkt und international sichtbar". Auch die Uni-Präsidien in Kiel und Lübeck reagierten ungehalten: Die Forderungen seien unrealistisch. Grundlagenforschung sei die Lehre von morgen. Beide Uni-Leitungen kritisierten auch pauschale Kürzungsauflagen, die überdies noch über denen im übrigen Landesbereich liegen sollten. Auch die Forderung der Rechnungsprüfer nach Einführung von Studiengebühren, die 36 Millionen Euro in die Uni-Kassen spülen würden, stößt auf Widerstand. Andreßen verwies auf den Koalitionsvertrag, wonach Gebühren nicht eingeführt werden sollen.

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