Städtetourismus boomt : Ungenutzte Chancen im Kultur-Tourismus

Die Städte werden für Touristen zunehmend attraktiv. Davon sollen auch kulturelle Einrichtungen profitieren.

Avatar_shz von
20. März 2013, 10:40 Uhr

Kiel | Der Städtetourismus boomt. "Diesen Trend muss das Land besser nutzen", forderte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer bei einem Fachforum in Kiel. Dies soll im Schulterschluss mit der Kultur und den touristischen Vermarktern geschehen. Doch dafür ist noch einiges zu tun. "Nur wenn Kontakte zwischen Kultur und Tourismus geknüpft werden, können wir nachhaltig die Kulturlandschaft und damit das touristische Angebot voran bringen", sagte Christian Schmidt, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash).

Kulturell zu vermarkten gibt es laut Anke Spoorendonk eine breite Vielfalt, und das nicht nur in den Städten. Das ganze Land sei ein kulturtouristisches Erlebnis. Voraussetzung, um dies auch erlebbar zu machen, sei laut der Justiz- und Kulturministerin eine ausgeprägte kulturelle Identität - auf lokaler, regionaler und landesweiter Ebene. "Diese entsteht durch kulturelle Bildung und eine sichtbare kulturelle Infrastruktur", sagte Spoorendonk auf dem Tourismus-Forum. Mit den Kulturperspektiven 2020 wolle Politik eine langfristige Strategie für die landesweite Kulturförderung entwickeln. "Für den ländlichen Raum sehe ich großen Bedarf, die größeren Städte haben bereits kulturtouristische Konzepte", sagt die Ministerin.

Potenzial ist "erheblich und ausbaufähig"

Welches Potenzial steckt im Stadt- und Kulturtourismus? "Es ist erheblich und ausbaufähig", sagt Schmidt. Schon rund 4,3 Millionen Übernachtungen und eine Wertschöpfung von 200 Millionen Euro würden jährlich durch dieses Tourismus-Segment generiert. Mehr als ein Drittel der an Schleswig-Holstein interessierten Deutschen zählen laut Analyse der Fachhochschule Westküste die Nutzung von Kultur-Angeboten zu ihren Urlaubsaktivitäten.

Mit Blick auf diese Trends sei für Wirtschaftsminister Meyer klar, dass "die kulturellen Angebote ständig verbessert werden müssen, um im Wettbewerb zu bestehen". Zudem sollten über die Kultur mehr ausländische Gäste ins Land gelockt werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen