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Schiff rammt Fanganlage : Unfallflucht auf dem Kanal – und der Fischer hat den Schaden

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein unbekanntes Schiff rammt im Audorfer See die Fanganlage von Hans Brauer. Der Verursacher fährt einfach weiter – und lässt den Fischer mit dem Schaden zurück.

Rendsburg | Es krachte bei Kanal-Kilometer 67. Wann genau, steht nicht fest. „Am 14. Januar waren wir zum letzten Mal bei der Anlage, da war sie noch intakt, am 20. Januar haben wir den Schaden entdeckt“, sagt Fischermeister Hans Brauer aus Rade bei Rendsburg. Der 60-jährige Berufsfischer steht neben einem zerstörten Holzpfahl, der einmal bei Rendsburg im Grund des Nord-Ostsee-Kanals steckte und zu einer seiner Fanganlagen für Aale und Heringe gehörte. Dann rammte ihn ein Schiff. Der Pfosten, 18 Meter lang, einen halben Meter dick, mehrere Tonnen schwer, knickte um wie ein Streichholz. Und der Verursacher fuhr weiter. Nicht nur Autofahrer, auch Kanal-Kapitäne begehen mitunter Unfallflucht.

„Die Mannschaft muss den Zusammenstoß bemerkt haben“, sagt der erfahrene Fischer. Die Länge des Schiffs schätzt er auf 70 bis 100 Meter. Oberhalb des Wassers hat es einen blauen Anstrich gehabt. Darauf deuten Farb- und Schleifspuren am Pfahl hin. Der Schaden beträgt 20.000 bis 25.000 Euro, Brauer hat Anzeige erstattet.

Problem für die Wasserschutzpolizei: Zwar werden die Positionsdaten aller größeren Schiffe im Kanal aufgezeichnet. Die Beamten könnten also nach einem Schiff suchen, das im fraglichen Bereich auffällig vom Kurs abgekommen ist. Bei einem Zeitraum von einer knappen Woche müssten jedoch 600 bis 800 Schiffsbewegungen überprüft werden. „Das ist personell nur schwer zu leisten – es sei denn, wir reden über Mord und Totschlag“, sagt Kai Solterbeck von der Wasserschutzpolizei.

Sollte der Havarist aufgespürt und dem Kapitän eine Schuld nachgewiesen werden, müsste er sich wohl nur wegen Sachbeschädigung verantworten müssen. Fahrerflucht im strafrechtlichen Sinn gibt es zwar auf der Straße – auf dem Wasser jedoch nicht.

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erstellt am 07.02.2014 | 06:45 Uhr

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